"Wetten dass..?"- Kandidat: Helm war "völlig zwecklos"

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Wett-Kandidat Samuel Koch Sekunden vor seinem schweren Unfall.

Nottwil - Nach Einschätzung des Oberarztes der Schweizer Spezialklinik, in die der schwer verletzte "Wetten dass..?"-Kandidat überführt wurde, war der Helm, den der 23-Jährige bei dem Unfall trug, “völlig zwecklos“.

Besser geschützt hätte ihn ein Helm, wie ihn Formel-1-Piloten tragen, sagte Hans Georg Koch, Oberarzt am Paraplegiker-Zentrum in Nottwil, der Zeitung “Blick“ (Sonntag). Bei diesem System wird bei einem Sturz auf den Kopf ein Teil der Energie auf die Schultern statt auf die Wirbelsäule gelenkt.

Samuel Koch war vor einer Woche schwer gestürzt, als er versuchte mit Sprungstelzen an den Füßen über fahrende Autos zu springen.

Bilder vom Unfall bei "Wetten, dass..?"

Schwerer Unfall verursacht Abbruch von "Wetten, dass..?"

Bei einer Prognose über die Heilungschancen des 23-Jährigen hält sich der Arzt zurück. “Entscheidend sind die ersten beiden Wochen nach dem Unfall“, sagte Koch. Die Ärzte der Schweizer Klinik sähen “Möglichkeiten einer positiven Entwicklung“ und hätten “zaghafte Hoffnung“, dass die Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen zurückgehen, heißt es in dem Bericht.

Zollitsch kritisiert Erlebnissucht

Der Unfall ist nach den Worten des Freiburger Erzbischofs Robert Zollitsch ein Indiz dafür, welches Motto in fast allen Bereichen der Gesellschaft gilt: “Schneller ­ Weiter ­ Höher!“. In einer Predigt am Sonntag in Breisach sagte Zollitsch nach Angaben seiner Pressestelle wörtlich: “Viele Zeitgenossen haben Angst, etwas zu verpassen, fürchten sich, zu kurz zu kommen. Dann jagt ein Erlebnis das andere.“ Nicht selten nehme “die Suche nach Abwechslung, nach einem neuen Erlebnis, nach ständiger Unterhaltung den Atem“. Oft stecke hinter diesem Lebenshunger “insgeheim die Angst, das Leben, nach dem wir suchen und streben, zu verpassen.“

dpa

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