Winfried musste raus

Dschungelcamp: Der Hässlichkeit ein Ende gesetzt

Wer am Anfang der aktuellen Staffel von „Ich bin ein Star - Holt mich hier raus“ noch dachte, Larissas Narzissmus sei nicht zu ertragen, den belehrte Winfried Glatzeder eines Besseren. Der mutierte innerhalb von knapp zwei Wochen vom weisen alten Mann zum aggressiven Fiesling. Jetzt haben ihn die Zuschauer rausgewählt.

Erfahrungsgemäß gilt ja: Wer auffällt und von sich reden macht, der bleibt im Camp. Und beides trifft auf Glatzeder zu. Das Ausscheiden war trotzdem unvermeidlich. Man muss sich die Frage stellen, ob die TV-Zuschauer die Gnade hatten, die anderen Kandidaten vor dem aufbrausenden Wüterich zu schützen. Der hatte zuletzt wie im Wahn mit einem Messer herumgefuchtelt und war mit einem heftigen Schubser auf Larissa Marolt losgegangen. Doch richtig fies wurde es erst danach. Denn an seine Attacke wollte sich der 68-Jährige partout nicht mehr erinnern. Einem Mitstreiter nach dem anderen versicherte er mantraartig, nichts getan zu haben: „Ich kann mich verbal wehren und das ist wie ein Schlag, vielleicht sogar noch schlimmer.“ Ist es nicht, aber am Ende schien er es selbst zu glauben. Ein Verhalten, ekliger als jedes Tierspermatrinken.

Camp-Psychologe Jochen Bendel klärte den Altschauspieler über die Folgen seines Handelns dann ungefähr so auf, wie dieser Larissa Marolt die Funktionsweise einer Petroleumlampe erklärt hatte - inklusive erhellendem Moment. Die Reue kam, aber sie kam zu spät.

Nicht auszudenken, was Glatzeder mit Larissa gemacht hätte, als sie seine selbstgebastelte Wäscheleine naiv-dämlich zerstörte. Mehr als ein bisschen Glatzeder-Greinen war da schon nicht mehr drin. Und so schien die Freude über das Ausscheiden erstmals glaubhaft. In Glatzeder-Logik hört sich das so an: „Ich will ja kein König ohne Volk sein“ und das sei er, wenn er bis zum Ende bliebe.

Beeindruckend ist, wie alles andere zum Randgeschehen verkommt. Tanja Schumanns Tränenausbruch ob ihrer Verzweiflung, immer noch nicht von den Zuschauern erlöst worden zu sein, hätte mancher Boulevardzeitung in früheren Staffeln für mindestens zwei Titelgeschichten gereicht. Dass sie auch 20 Jahre nach „RTL Samstag Nacht“ keinen neuen Witz zu erzählen weiß, gehört allerdings auch bestraft.

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