Staraufgebot in Doku-Drama

ZDF verfilmt Mordfall Jakob von Metzler

Frankfurt - Vor knapp zehn Jahren entführte der Jurastudent Magnus Gäfgen den Bankierssohn Jakob von Metzler (11) und brachte ihn um. Aus dem spektakulären Fall wird jetzt ein ZDF-Spielfilm.

Der Fall hatte auch deshalb für großes Aufsehen gesorgt, weil der Mörder erst nach einer Gewaltandrohung eines Polizisten im Verhör das Versteck mit der Leiche preisgab.

Wie „Der Spiegel“ unter Berufung auf das ZDF berichtete, waren bei den Dreharbeiten für den Spielfilm sowohl der damalige Frankfurter Polizei-Vizepräsident Wolfgang Daschner als auch die Familie von Metzler eingebunden. Die Familie habe unter anderem ihr Haus für Außenaufnahmen zur Verfügung gestellt. Daschner hatte die Folterdrohung angeordnet. Der Film sei bereits Ende des vergangenen Jahres gedreht worden. Gezeigt werden soll er laut „Spiegel“ kurz vor dem Todestag.

Die Rolle des Vaters habe der Schauspieler Hanns Zischler übernommen. Robert Atzorn gibt laut „Der Spiegel“ den Polizisten Daschner, Johannes Allmayer den Kindsmörder Gäfgen. Beim ZDF war am Sonntag zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

Gäfgens Anwalt sei über das Projekt informiert worden, zu ihm selbst habe man aber keinen Kontakt gesucht. „Uns hat nicht die Sicht des Mörders interessiert, sondern die Ohnmacht der Familie und der Polizei“, sagt Produzent Nico Hofmann von der Produktionsfirma TeamWorx dem Magazin. Der Film sei eine „analytische Darstellung“ des Falls. Die Ausstrahlung ist dem Bericht zufolge für den 24. September geplant, kurz vor dem zehnten Todestag des Jungen.

Das ZDF hatte bereits 2006 in einer Reportage das Geschehen aufgerollt. Erst Anfang Juli dieses Jahres hatte das Oberlandesgericht Frankfurt entschieden, dass der Prozess gegen Gäfgen nicht wieder aufgerollt wird. Der Kindsmörder war 2003 zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt worden, wollte aber wegen der Folterdrohung eine Wiederaufnahme des Strafverfahrens erreichen.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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