Zittern und Schwitzen vor den Oscars

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Chefin Sherry Yard zeigt einen Schokoladen-Oscar, der beim Ball serviert werden wird

Hollywood - Hollywood zittert den Oscars entgegen. Ein für Südkalifornien ungewöhnlich kaltes Sturmtief begleitet den Countdown für die Trophäenshow. Für Natalie Portman wird es eine Extrawurst geben.

Der rote Teppich ist ausgerollt und über ihm ein großes Plastikzelt platziert, damit die Oscar-Stars keine (nass)-kalten Füße bekommen. Ein eisiges kanadisches Tief soll Südkalifornien am Wochenende Schnee bringen, bis hinunter auf den berühmten “Hollywood“-Schriftzug auf einem Hügel hinter der Oscar-Hochburg, prophezeien die Meteorologen. Der mehrstündige Aufmarsch von Hollywoods Prominenz vor der Preisverleihung im Kodak Theatre könnte zur Zitterpartie für nackte Schultern und tiefe Dekolletés werden.

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Die Plastikplane habe sicher einen wärmenden Effekt, beschwichtigten die Veranstalter beim Countdown zu der Preisgala. Noch ein paar Handgriffe und das Defilee der Stars kann am Sonntagnachmittag (Ortszeit) beginnen, notfalls auch bei Regen.

Dem österreichischen Star-Koch Wolfgang Puck macht die Kälte nichts aus. Er muss die 1600 Gäste beim Governors Ball bekochen. Da gerät man ins Schwitzen, auch wenn Puck nun schon zum 17. Mal nach der Oscar-Gala auftischt. Diesmal wird es “eine königliche Mahlzeit für die Könige von Hollywood“, schwärmte der 61-Jährige am Donnerstag am Rande des roten Teppichs. “Wir haben uns von den Engländern und Spaniern beeinflussen lassen“, verriet der Promi-Koch der Deutschen Presse-Agentur dpa. “Als Hauptspeise servieren wir englische Seezunge und dazu vegetarische Paella“. Eine Extrawurst für die hochschwangere Vegetarierin Natalie Portman (29): “Die Paella ist veganisch, das wird sie lieben“, glaubt der Hollywood-Kärnter.

Hat der Oscar-Fluch diese Schauspielerinnen eingeholt?

Halle Berry und Ehemann Eric Benet trennten sich nachdem sie 2001 einen Oscar als beste Schauspielerin in "Monster's Ball" gewonnen hat. Dieses Schicksal teilten in den vergangenen zwölf Jahren auch einige von Berrys Schauspiel-Kolleginnen. © dpa
Helen Hunt gewann die begehrte Trophäe 1998 für ihre Rolle in "Besser geht's nicht" und verlor ihre Liebe Hank Azaria kurz danach. © dpa
Gwyneth Paltrow mit ihren Schauspiel-Kollegen bei der Oscar-Verleihung 1998. Sie gewann den Oscar für ihre Rolle in "Shakespeare in Love". Ihre Beziehung zu Ben Affleck war nicht mit solchem Erfolg gekrönt und ging kurz nach der Preisverleihung in die Brüche. © dpa
Hier stehen Paltrow und Affleck in "Bounce" gemeinsam vor der Kamera. © dpa
Julia Roberts wurde gleich dreimal mit dem Oscar geehrt. Zuletzt 2001 für ihre Rolle als "Erin Brockovich" und wollte weiter Karriere machen. Ihr damaliger Freund Benjamin Bratt wollte lieber Familie haben - das Paar trennte sich. © dpa
Die Liebe überdauerte den Oscar nicht: Julia Roberts und Benjamin Bratt. © dpa
Hilary Swank erhielt sogar zwei Oscar. Einen 1999 und einen im Jahr 2005. Den zweiten hielt ihre Ehe nicht mehr aus, die Trennung von Ehemann Chad Lowe folgte prompt. © dpa
Bei der Oscar-Verleihung: Chad Lowe und Hilary Swank. © dpa
Charlize Theron erhielt 2004 und 2006 jeweils einen Oscar für die beste Schauspielerin in "Monster" und "Kaltes Land". Auch bei ihr folgte die Trennung dicht auf den Oscar. © dpa
Die Beziehung von Reese Witherspoon und Ryan Phillip konnte den Oscar-Gewinn der strahlenden Schönheit 2006 für ihre Rolle in "Walk the Line" auch nicht verdauen. Das Paar trennte sich kurz darauf. © dpa
Kate Winslet strahlt 2009 bei der Oscar-Verleihung, den sie für "Der Vorleser" bekommen hat. Die Ehe mit Regisseur Sam Mendes scheint seitdem weniger gut gelaufen zu sein. Das Hollywood-Traumpaar trennte sich. © dpa
Bilder aus glücklichen Tagen: Sam Mendes und Kate Winslet. © dpa
Ist nun auch Sandra Bullock Opfer des "Oscar-Fluchs" geworden? © dpa
Offenbar hat Jesse James seine Frau und Oscar-Gewinnerin 2010, Sandra Bullock, mit einem Tattoo-Model betrogen, während Bullock einen Film drehte. Was dran ist, und ob der Oscar-Fluch zugeschlagen hat, wird sich zeigen. © dpa

Einen besonderen Trosthappen für die Verlierer gibt es nicht, die müssen halt “mehr Champagner“ trinken, grinst Puck. 1200 Flaschen Moët & Chandon liegen auf Eis, über 7000 Garnelen, 1000 Hummer und 230 Kilogramm Räucherlachs sind bestellt. Mit sieben Kilogramm essbarem Goldstaub werden bis Sonntag noch 4000 Schokoladen-Oscars bestäubt. “Voan mier kriegt jeder zwöi Oschcars“, tönt der Gourmet im heimatlichen Dialekt. Nach über 30 Jahren in Hollywood mit Restaurantketten und Stammgästen wie Tom Cruise und Jack Nicholson kann der Multimillionär gelassen auftrumpfen. Bei der Oscar-Kostprobe ist der Promi-Chef von Fotografen und TV-Crews umringt und wird selbst zum Star.

Hinter den Kulissen wird bis zur letzten Minute poliert und geprobt. “Yeah“, er werde eine Nummer singen, druckst James Franco (32) vor Reportern herum, viel mehr wurde nicht verraten. Zusammen mit Kollegin Anne Hathaway (28) wird der Schauspieler - als jüngstes Duo in der Oscar-Geschichte - die Show moderieren. Frischer Wind in den ehrwürdigen Hallen der Oscar-Akademie: Nur wenige Tage vor der feierlichen Gala tanzten Hathaway und Franco mit 50er-Jahre Frisur im “Grease“-Stil vor einer wackeligen Videokamera. Der 19-Sekunden-Spot machte im Internet die Runde.

Oscar 2010: Die Nominierungen

Nominierung Filmpreis Oscar
Anne Hathaway verkündete die Nominierungen für die Oscars 2010. © dpa
Nominierung Filmpreis Oscar
Meryl Streep ist als beste Schauspielerin in "Julie & Julia" vorgeschlagen. Es ist bereits ihre 16. Oscar-Nominierung. © dpa
Nominierung Filmpreis Oscar
Ins Rennen als beste Schauspielerin geht außerdem Hellen Mirren (“The Last Station“). © dpa
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Sandra Bullock wurde für ihre Rolle in “The Blind Side“ vorgeschlagen. © dpa
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Carey Mulligan ist als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in “An Education“ nominiert. © dpa
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Gabourey Sidibe könnte als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle in “Precious“ geehrt werden. © dpa
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Aussichten auf die Auszeichnung als bester Schauspieler hat unter anderem George Clooney (“Up in the Air“). © dpa
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Auch Colin Firth "A Single Man" geht ins Rennen um den besten Hauptdarsteller. © dpa
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Außerdem Jeff Bridges für seine Rolle in "Crazy Heart". © dpa
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Jeremy Renner hat Chancen als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in "The Hurt Locker". © dpa
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Außerdem darf Morgan Freeman (“Invictus“) auf einen Oscar als bester Schauspieler hoffen. © dpa
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Als beste Nebendarstellerin ist Penélope Cruz in "Nine" nominiert. © dpa
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Außerdem geht Vera Farmiga für “Up in the Air“ ins Rennen um die beste Nebendarstellerin. © ap
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Oder geht der Oscar an Maggie Gyllenhaal für ihre Nebenrolle in “Crazy Heart“? © dpa
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Eine weitere Anwärterin für den Oscar in der Kategorie "Beste Nebenrolle" ist Anna Kendrick für “Up in the Air“. © dpa
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Außerdem wurde Mo'Nique als beste Nebendarstellerin in “Precious“ vorgeschlagen. © dpa
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Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz ist für seine Nebenrolle in Quentin Tarantinos Kriegssatire “Inglourious Basterds“ für einen Oscar nominiert worden. © dpa
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Konkurrenz könnte Christoph Waltz von Matt Damon ("Invictus - Unbezwungen") bekommen. Er ist einer der Anwärter für die beste Nebenrolle. © dpa
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Ebenso Christopher Plummer "Ein russischer Sommer". © ap
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Stanley Tucci geht ebenfalls für den „besten Nebendarsteller“ ins Rennen ("In meinem Himmel"). © ap
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Auch als bester Nebendarsteller nominiert: Woody Harrelson für seine Rolle in "The Messenger". © dpa
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Der deutsche Film “Das weiße Band“ hat Chancen auf einen Auslands-Oscar. Außerdem in der Kategorie bester nicht englischsprachiger Film vorgeschlagen sind: “Ajami“, Israel “El Secreto de Sus Ojos“, Argentinien “The Milk of Sorrow“, Peru “Un Prophète“, Frankreich. © dpa
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Außerdem könnte der Film “Avatar - Aufbruch nach Pandora“ auch James Cameron für die beste Regie einen  Oscar bescheren. © dpa
Nominierung Filmpreis Oscar
James Camerons Film “Avatar - Aufbruch nach Pandora“ ist als bester Film für einen Oscar nominiert. © dpa
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Der Film "The Hurt Locker" ist ebenfalls in der Kategorie "Bester Film" nominiert. © dpa
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Kathryn Bigelow wurde für "The Hurt Locker" in der Kategorie "beste Regie" nominiert. Damit ist ausgerechnet seine Ex-Frau die größte Konkurrentin von James Cameron. © dpa
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Neben Pixars "Oben" wurden außerdem „The Blind Side“, „District 9“, „An Education“, „Tödliches Kommando – The Hurt Locker“, „Inglourious Basterds“, „Precious“, „A Serious Man“ und „Up in the Air“ als bester Film nominiert. © dpa

Franco, der für seine Hauptrolle in dem Kletterdrama “127 Hours“ auch noch einen Oscar gewinnen könnte, sieht der Show recht gelassen entgegen. “Alle sagen, dass Colin Firth gewinnen wird. Damit habe ich mich schon abgefunden“, gestand Franco dem Branchenblatt “Hollywood Reporter“. “Es ist viel leichter, als Gastgeber zu so einer Veranstaltung zu gehen, dann fühlt man sich irgendwie nicht wie ein totaler Depp.“

dpa

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