Goldene Palme für BR-Koproduktion 

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Michael Haneke hat mit seinem  Film “Das weiße Band“ die Goldene Palme beim 62. Filmfestival in Cannes gewonnen.

Cannes - Der Österreicher Michael Haneke hat mit seinem  Film “Das weiße Band“ die Goldene Palme beim 62. Filmfestival in Cannes gewonnen.

Es ist nach vielen Preisen die erste Goldene Palme für den 67-Jährigen. Vor genau 25 Jahren hatte mit Wim Wenders (“Paris, Texas“) zuletzt ein deutschsprachiger Regisseur in Cannes triumphieren können. Der Film ist eine Koproduktion des Bayerischen Rundfunks.

Der Darstellerpreis ging am Sonntagabend an den gebürtigen Österreicher Christoph Waltz für seine Leistung in dem Film “Inglourious Basterds“ von Quentin Tarantino .

Bilder von den 62. Filmfestspielen in Cannes

Die indische Schauspielerin Aishwarya Rai auf dem Weg zur Eröffnungsfeier. 1994 wurde sie zur Miss World gekürt. © ap
Frisch getrennt und glänzend in Form: Robin Wright Penn. Sie gehört der Jury von Cannes an. © ap
Bryan Ferry unterhielt die Gäste bei der Eröffnungsfeier. © ap
Auch in der Jury: die iatlienische Schauspielerin Asia Argento. © ap
Die Jury (von links): Schauspielerinnen aus Taiwan, Shu Qi, aus Indian, Sharmila Tagore III (dritte von links), aus Frankreich Isabelle Huppert, aus Südkorea Regisseur Lee Chang-Dong, aus Amerika Robin Wright Penn und der türkische Regisseur Nuri Bilge Ceylan. © ap
Knallrot: Das Model Jovanka Sopalovic auf dem Weg zur Eröffnungsfeier. © ap
Die Präsidentin der Jury: Die französische Schauspielerin Isabelle Huppert auf der Bühne.  © ap
Shu Qi in einem petrol farbenen Abendkleid. © ap
Sie darf nicht fehlen: Die britische Schauspielerin Tilda Swinton. © ap
Aus der Vogelperspektive: Viele viele Besucher kommen Jahr für Jahr nach Cannes, um das Spektakel auf dem roten Teppich zu bestaunen. © ap
Robin Wright Penn trägt ein silbernes Kleid, das hervorragend mit dem Rot des Teppichs harmoniert. © dpa
Ballet während der Eröffnungsfeier. © dpa
Sie wollen dabei sein und auch ein bisschen Glamour genießen: Tausende Besucher. © ap
Das Vorbild dieser schönen Dame ist - zumindest wenn man nach der Frisur geht - eindeutig Marilyn Monroe. © dpa
Eugenia Silva ist eine spanische Schauspielerin. Sie trägt ein glitzerndes scharz-graues Kleid. © dpa
Die Crew des Films "Up!", zu deutsch: "Oben", freut sich auf die Premiere des Streifens während der Eröffnungsfeier. © dpa
Jean Rochefort ist in Frankreich ein erfolgreicher Schauspieler. © dpa
Elsa Zylberstein, eine französische Schauspielerin, fällt durch ihre überdimensionierte Kette auf. © dpa
Verrücktes gibt es auch in Cannes: Eine Dame führt ihre Hunde-Handtasche aus. Vielleicht ein Ersatz für ihr reales Schoßhündchen, das zu Hause bleiben musste. © dpa
Jurymitglieder (von links): Isabelle Huppert, Asia Argento, Robin Wright Penn, und der amerikanische Regisseur James Gray. © dpa
Asia Argento rückenfrei. Ein kleines Tatoo wird sichtbar. © dpa
Vor der Feier: Ein Sicherheitsmann bewacht den roten Teppich. © dpa
Und noch einmal: Eugenia Silva zeigt den Fotografen ihr schönes Kleid. © dpa
Ein schöner Rücken kann auch entzücken: Elizabeth Bank mit Kollegin Aishwarya Rai. © dpa
Noch ein bisschen schöner sind die beiden allerding von vorne. © dpa

Haneke, ein vornehm auftretender Intellektueller, war auf der Bühne im Festivalpalais sichtlich gerührt. “Manchmal fragt mich meine Frau eine typisch weibliche Frage, ob ich glücklich bin. Das ist schwer zu beantworten. Aber heute Abend kann ich sagen, dass ich sehr glücklich bin.“

Sein in Schwarzweiß gedrehtes Drama mit dem Untertitel “Eine deutsche Kindergeschichte“ spielt in einem Dorf in Norddeutschland vor dem Ersten Weltkrieg. Haneke zeigt die autoritären Strukturen in den Familien und in der Dorfgesellschaft, die Verinnerlichung von Werten durch die Kinder und geht damit den Ursachen von Terror und Gewalt auf den Grund.

Als beste weibliche Darstellerin freute sich die Französin Charlotte Gainsbourg über die Würdigung ihrer harten Rolle in “Antichrist“ von Lars von Trier.

Der Große Preis der Jury ging an den Franzosen Jacques Audiard für das Gefängnisdrama “Un Prophète“. Den Preis der Jury teilen sich zu gleichen Teilen die Britin Andrea Arnold für das Sozialdrama “Fish Tank“ und der Südkoreaner Park Chan- wook für seien Vampirfilm “Thirst“ (Durst).

Mit den Preisen für Haneke und Waltz setzt sich der internationale Erfolg deutschsprachiger Filme und Schauspieler fort. “Es ist sagenhaft, hier dabei zu sein, wie eine internationale Jury einen deutschen Film mit einer deutschen Geschichte vor der ganzen Welt hervorhebt“, sagte Stefan Arndt, der mit seiner Berliner Firma X- Filme “Das weiße Band“ produziert hat, nach der Auszeichnung der Deutschen Presse-Agentur dpa. Offenbar sei das Interesse an deutschen Themen noch immer groß.

Insgesamt liefen in diesem Jahr in Cannes 20 Filme im Wettbewerb um die Goldene Palme. Viele von ihnen boten ausgiebige Darstellungen von Sex und Gewalt. Auf dem Roten Teppich wurde etwas weniger Glamour zur Schau getragen, nur wenige Superstars zeigten sich den Fans.

Die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise war beim Festival an der Côte d'Azur deutlich zu spüren: Die Organisatoren veröffentlichten zwar keine konkreten Zahlen, aber Fachblätter schätzten, dass vor allem die Zahl der Branchenteilnehmer auf dem Internationalen Filmmarkt um mindestens ein Viertel gegenüber dem extrem gut besuchten Jahr 2008 gesunken sei. 

dpa

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