Moderne Versandraumtechnik nutzen

Zwischen dem Druckbeginn einer Zeitung und deren Versand liegen nur wenige Nachtstunden.

Druckfrisch und fertig für den Versand: Albrecht Moths, technischer Leiter des Druckhauses, vor einem Teil der neuen Versandanlage.

An die Produktionstechnik werden daher hinsichtlich Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit hohe Ansprüche gestellt. Die Zeitungsdruck Dierichs GmbH & Co. KG in Kassel verlässt sich jetzt auf die Versandraumtechnologie des Schweizer Herstellers Ferag – damit wird die in die Jahre gekommene, inzwischen 20 Jahre alte Technik abgelöst. Im neuen Versandraum sichern jetzt vier Verarbeitungslinien die Produktion. 

Der Produktionsprozess ist jetzt besser verteilt und konzentriert sich nicht auf die wenigen Nachtstunden, die zwischen dem Produktionsstart und dem Beginn der Zustellung der Zeitungen an ihre Empfänger zur Verfügung stehen. Eine einfache Lösung Im Versandraumsystem werden die tagsüber vorproduzierten Beilagen bis zur Nachtproduktion eingelagert und für die weitere Verarbeitung bereit gestellt. 

Ferag hat dazu eine einfache Lösung entwickelt: Die Druckprodukte verlassen eine Rollenoffsetmaschine in Form eines Schuppenstroms. Im Versandraum wird dieser Produktestrom auf einen Kern gewickelt. Neben dem weitgehend automatisierten Verarbeitungsprozess mittels Wickeltechnik ist das Zuführen von Produkten an das Einstecksystem auch auf manuellem Weg über Anlegestationen und eine Zusammentragstrecke möglich. 

Das Kernstück des Einstecksystems bildet ein Trommelkörper mit vielen Taschen, die im Umfang der Trommel angeordnet sind und der Aufnahme der Zeitungs- und Einsteckprodukte dienen. Die bei der Zeitungsdruck Dierichs installierten drei Einstecktrommeln arbeiten mit Geschwindigkeiten, die mit 36 000 Exemplaren pro Stunde deutlich höher liegen als beim Vorgängersystem. 

Als Paket in den Vertrieb 

Grundsätzlich bleibt der Produktestrom über die gesamte Verarbeitung hinweg immer erhalten. Erst ganz zuletzt werden die Zeitungsexemplare für den Vertrieb zu Paketen gestapelt. Dieser Prozess geschieht in den Kreuzlegern. Mittels einer Programmsteuerung sind sie in der Lage, jedem Paket exakt jene Anzahl Zeitungen zuzuordnen, die der Austräger für seine morgendliche Tour benötigt. In den Paketherstellungsprozess ist das Ausdrucken und das Auflegen von Deckblättern auf die Zeitungspakete integriert. 

Die Deckblätter enthalten wichtige Informationen für die Austräger. Wo bleibt der Nutzen für die Leser? Die Zeitungsherstellung ist Nacht für Nacht eine logistische Meisterleistung. Gegenüber dem früheren System wird der Produktionsbetrieb in Kassel mit der neuen Lösung in mehrerer Hinsicht gewinnen. Trotz einer deutlich höheren Produktionsgeschwindigkeit arbeitet das System zuverlässig und die ruhigeren Abläufe führen zu einer geringeren Hektik, das kommt speziell dem Mitarbeiterteam zugute. Zudem bietet das neue System mehr Flexibilität. 

Davon werden die Leserinnen und Leser der Hessischen Niedersächsischen Allgemeinen und der vielen anderen Zeitungen, die im Druckzentrum Kassel produziert werden, profitieren. Denn die neue Konfiguration der Produktionslinien erlaubt es, die Zeitungen regional abgegrenzt mit Werbeprospekten zu belegen. Die Leser finden demnach nur die Beilagen jener Einkaufsläden in ihrer Zeitung vor, die sich in der näheren Umgebung befinden. 

Der Zeitungsdruck Dierichs plant zudem, auf der neuen Ferag-Produktionsanlage ganze Beilagenpakete nach regionalen Kriterien zusammenzustellen und diese an die Haushalte zu verteilen. 

Sie gibt den Lesern damit relevante und wertvolle Informationen für ihre Einkaufsplanung in die Hand. (nh)

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