36 Landwirte beliefern größte Biogasanlage im Kreis Kassel

Erneuerbare Energie auf Abruf

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Ende 2011 in Betrieb genommen, stetig optimiert und erweitert: In der Biogasanlage Wolfhagen werden acht Millionen Kilowattstunden Strom im Jahr erzeugt.

Wolfhagen. Rund 200 Biogasanlagen aus Nordhessen und Südniedersachsen schlossen sich zusammen, um an der Leipziger Strombörse gebündelt aufzutreten. So leisten sie einen nicht zu unterschätzenden Beitrag zur Netzstabilität in Deutschland.

Darunter auch die Biogasanlage Wolfhagen, ein Gemeinschaftsprojekt von Maschinenring Kommunalservice, Kreisbauernverband Kassel sowie 36 beteiligten Landwirten, die seit Ende 2011 in Betrieb ist.

„Wir haben hier auf dem freien Feld angefangen und sind seit Beginn dabei, die Anlage stetig zu optimieren und auszubauen“, sagt Betriebsleiter Markus Holzhausen, der stolz ist auf die heute aus insgesamt vier Behältern und sechs Blockheizkraftwerken bestehende Anlage.

Acht Millionen Kilowattstunden Strom werden hier jedes Jahr erzeugt, vier der Motoren stehen auf dem Gelände der Biogasanlage am Rande Wolfhagens, zwei bei der Wilhelm-Filchner-Schule. Die dort anfallende Wärme wird hauptsächlich zur Wärmeversorgung der Schulräume, der Mensa und der Sporthallen genutzt, zusätzlich wird auch die Wärmeversorgung des Wolfhager Freibades gesichert.

„Wir zeigen mit der Anlage, wie die Zukunft sein kann, denn Biogas hat einen festen Platz im Energiemix, allein wegen des Vorteils, dass wir es lagern und so erneuerbare Energie auf Abruf liefern können“, so Martin Christensen. Diese enormen Möglichkeiten der Flexibilisierung weise eben nur Bioenergie auf, was nach Meinung von Geschäftsführer Reinhard Schulte-Ebbert noch immer zu wenig Beachtung finde. Neben dem Vorwurf, die Biogasproduktion sei zu teuer, werde auch immer wieder der einseitige Einsatz von Mais angeprangert. Das jedoch gelte für die Wolfhager Anlage wie auch für andere nordhessische Anlagen ganz sicher nicht, weil einer erfolgreichen Biogasanlage in der hiesigen Region immer auch ein gutes Substratkonzept unter viel Einsatz von Dünger und Mist zugrunde liege. „In den neuen EEG-Novellen braucht es eine Verlässlichkeit für Anlagen wie unsere“, fordert Geschäftsführer Schulte-Ebbert.

„Wir können aktiv dazu beitragen und immer wieder unter Beweis stellen, dass wir innovativ vorne mit dabei sein wollen, denn: Biogas macht nicht nur ein bisschen Strom, Biogas deckt Energieversorgung ganz umfassend ab.“ (zhf)

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