Schwimmen auf engem Raum

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Praktisch: Neben dem Schwimmbecken lässt sich ein zweites Becken mit Bepflanzung anlegen. Unter Wasser sind sie durch eine Mauer getrennt.

Nur zwölf Meter lang und zehn Meter breit ist der Garten hinter dem Haus. Das Kleinod soll schön grün sein, Beete und Bäume haben, aber auch Platz zum Grillen und Relaxen bieten. Schade nur, dass dann für einen Pool kein Platz mehr zu bleiben scheint. Stimmt nicht.

Zu kleine Grundstücke für ein Becken gibt es nicht, findet Daniela Toman, Landschaftsplanerin und Fachbuchautorin aus Verl. Hausbesitzer, die eher Wellness wollen, können bereits mit Whirlpool oder Tauchbecken zufrieden sein. „Für reine Entspannung kann das schon genügen“, sagt Toman. Aber auch das Schwimmen am Morgen ist drin. Hans-Georg Biesemann, Vize-Präsident des Bundesverbands Schwimmbad & Wellness in Köln, empfiehlt ein Becken mit einer Mindestbreite von 2,50 Metern. Und die Länge? Schwimmer wollen ja ein paar Züge machen, bevor sie wieder am Beckenrand sind. Da bewährt sich gerade in kleinen Gärten eine Gegenstromanlage, erklärt der Experte. Bei der Länge und Breite kann die Poolgröße reduziert werden, doch bei der Tiefe des Beckens sollte es keine Kompromisse geben. Zu 1,50 Meter bis zum Grund rät Biesemann.

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Der Pool rückt in einer begrenzten Grundstücksfläche besonders in den Mittelpunkt, muss sich dabei aber in den Gesamteindruck des umliegenden Gartens einfügen. So lassen sich im Pool natürliche Elemente integrieren. Neben dem Schwimmbecken kann ein zweites Becken mit Bepflanzung angelegt werden. „Unter Wasser sind sie durch eine Mauer getrennt“, sagt Wendelin Jehle, Präsident der Deutschen Gesellschaft für naturnahe Badegewässer in München. Das fällt aber wenig auf, da etwas Wasser über der Mauer liegt. Diese Variante ist nur mit Naturpools realisierbar, da deren Wasser nicht mit Chlor, sondern von Mikroorganismen gefiltert wird. Chlor schadet Pflanzen. Bei einem Schwimmteich übernehmen ausschließlich Schwimmpflanzen wie die Seerose und Unterwasserpflanzen wie das Krause Laichkraut die Reinigung. Ihr Bereich wird Regenerationszone genannt. Diese muss ausreichend groß sein, um die Wasserreinigung gewährleisten zu können. Grundsätzlich seien solche Schwimmteiche auch in kleinen Gärten realisierbar, sagt Daniela Toman. „Mitunter muss die kleinere Regenerationszone mit mehr Technik-Aufwand aufgefangen werden.“

Poolbesitzer müssen auch bedenken: Bei Naturpools und Schwimmteichen entsteht am Becken ein Bio-Film, der regelmäßig abgeputzt werden muss. Diesen Job kann zwar ein Pool-Roboter übernehmen.

Dennoch ist so viel Natur nichts für Jedermann. „Wer absolut sauberes Wasser ohne Bio-Film will, sollte einen Chlor-Pool bauen“, betont Jehle. Zudem weisen alle Experten darauf hin: Bei Schwimmteichen kann durchaus auch mal ein Frosch mit im Wasser planschen.

Rohrkolben, Binsen, Chinaschilf und andere Gewächse als Umpflanzung geben auch einem Chlor-Pool einen gewissen Teich-Charakter. Die Beckenfarbe hilft außerdem: Dunkle Töne lassen das Wasser aufgrund der Lichtbrechung eher türkis wirken, erklärt Biesemann. „Das hat dann etwas Bergsee-Charakter.“ Dagegen gibt ein hellgraues Becken dem Wasser einen mintblauen Ton, der eher mediterran wirkt. Hanfpalmen und Olivenbäume betonen das Mittelmeer-Flair. Bei begrenztem Platzangebot kann die Filteranlage in die Garage oder unter das Holzverdeck der Terrasse kommen. (tmn)

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