Gemeinsam Brücken bauen

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20 Jahre deutsch-russischer Kulturaustausch: Die Freunde deutsch-russischer Kultur feiern ihr Jubiläum im Agathof.

Kassel. Bereits seit 20 Jahren treffen sich im Agathof in Bettenhausen regelmäßig die Freunde deutsch-russischer Kultur.

Am 22. März feierte die Gruppe ihr Jubiläum im Stadtteilzentrum. Die rund 20 Teilnehmer – Deutsche und Russen – pflegen bei den regelmäßigen Treffen den kulturellen Austausch. Man diskutiert aktuelle Themen, gibt Rat und Hilfestellungen zu Fragen des täglichen Lebens oder nähert sich gemeinsam der Musik oder den großen Literaten beider Länder an.

So werden hier etwa Goethe oder Puschkin zweisprachig gelesen. Man besucht auch Veranstaltungen, kocht zusammen oder realisiert gemeinsame Projekte. Eines dieser Projekte etwa ist ein preisgekröntes Erinnerungsprojekt. Unter dem Titel „Making Memories Matter“ wurde den persönlichen Erinnerungen Raum gegeben. Auf Initiative von Marianne Bednorz, der ehemaligen Leiterin des Agathofs, und Eugenia Padva, erster Leiterin der deutsch-russischen Treffen, wurde dieses Projekt aus der Taufe gehoben. Dabei wurden insgesamt 120 alte Munitionskisten mit persönlichen Lebensgeschichten in unterschiedlichen Formen und Formaten gefüllt. 60 dieser Kisten wurden schließlich zu einer Wanderausstellung zusammengefasst, die zunächst in sechs europäischen Städten gezeigt wurde. Schnell wuchs das Projekt an und erlangte europaweite Beachtung.

Neben solchen Gemeinschaftsprojekten stehen aber der kulturelle Austausch und gegenseitige Hilfestellungen, etwa zur Überwindung von Sprachbarrieren, beim Kennenlernen der Umgebung oder bei sonstigen Problemen im Alltag im Vordergrund. Der kulturelle Austausch dient auch dazu, Gemeinsamkeiten zu entdecken und Brücken zwischen den beiden Kulturen zu errichten.

Die Annäherung an die jeweilige Kultur kann dabei gänzlich unterschiedlich motiviert sein. Sie kann geprägt sein von Neugier auf eine andere Kultur, kann ganz persönliche Züge annehmen oder aber konservatorischen Charakter haben. Denn: „Viele Teilnehmer stammen aus der damaligen UDSSR, die es ja schon lange nicht mehr gibt. Auch wenn es heute verschiedene Länder sind, haben wir dennoch eine gemeinsame Vergangenheit, eine eigene Kultur und Werte, die wir bewahren möchten“, sagt Eugenia Padva. Und solche Werte lassen sich am besten bewahren, wenn man sie pflegt und teilt.

Die Gelegenheit dazu findet sich an jedem zweiten und vierten Donnerstag im Monat von 10 Uhr bis 13 Uhr im Stadtteilzentrum Agathof. Zu den regelmäßigen Treffen ist jeder herzlich willkommen. (pee)

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