Zweitägiges Mini-Festival

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Raum für ausgefallene Konzerte: Im Sandershaus wird regelmäßig musikalische und kulturelle Vielfalt geboten.

Kassel. Das Sandershaus in Bettenhausen ist nicht nur Flüchtlingsunterkunft und Hostel, sondern bietet auch regelmäßig den Rahmen für kulturelle Veranstaltungen und Konzerte.

Am 23. und 24. März lädt das Sandershaus zu einem bunten Konzertwochenende ein, bei dem an beiden Tagen mehrere Bands auftreten werden. Das Mini-Festival startet am Freitag um 20 Uhr mit einem Konzert der Band „Yacht Communism“.

Das 68er-Gefühl

Die Berliner Combo ist eine Zusammenkunft von Musikern aus Bands wie Henry Fonda, Trompetenvogel, Trondheim, Svffer oder Dropout Patrol. Bei der Musik von „Yacht Communism“ kommt unwillkürlich ein 68er-Gefühl auf, welches einen aber gleich wieder melancholisch zu Boden drückt und in das Hier und Jetzt zurückholt.

Wo „Yacht Communism“ aufhören, schließt sich die Band „Krank“ nahtlos an. Gleich mit dem ersten Song „Hippiepark“ ihrer aktuellen Split schwelgt die Hamburger Punk-Kapelle in Nostalgie. Ist das nachfolgende Cover von Ton Steine Scherbe dann ein Widerspruch? Nein. Es ist Krank! Die dritte Band des Abends ist „Bijou Igitt“ die den Abend versüßen oder verschlimmern wird. Das ist wohl Geschmackssache, doch in jedem Fall wird die Hamburger Band den Abend abrunden. Mit einer sehr motivierten und aufgeregten Stimme werden Geschichten über Leute aus unterschiedlichen Sphären der Welt erzählt.

Es wird wild philosophiert, etwa darüber, warum wir, du und ich alle mal wissen sollen, dass wir scheiße sind und so dann – schwupsdiwups – alles ein Stückchen besser wird. Wenn das nicht Mut für die Zukunft macht…

Im Anschluss an die drei Konzerte wird ein DJ auflegen und den Abend ausklingen lassen.

Am Samstag geht die musikalische Reise im Sandershaus auf die zweite Etappe. Ab 20 Uhr wird hier eine abwechslungsreiche Mischung aus Drum & Bass, südamerikanischer Rhythmen und Jazz geboten.

Unter dem Titel „Andenjazz und Gürteltierblues“ stellt das Projekt um Diego Jascalevich (Charango und Gesang), Tom Villon, (E-Bass), Rui Reis (Percussion) sowie Gastmusiker Michael Müller am Klavier unterschiedlichste musikalische Stile und eine spannende Fusion vor. Dabei bilden die Kompositionen von Diego Jascalevich den Leitfaden des Programms: Die Rhythmik südamerikanischer Musik wird kunstvoll mit der aktuellen Ästhetik des Drum & Bass sowie mit Klängen aus dem Jazz und gruppenimprovisatorischen Elementen kombiniert.

Die Farbvielfalt entsteht aus dem Wechselspiel von Charango, Klavier, E-Bass und Percussion. Musikalische Kontraste verschmelzen in den Arrangements zu einem harmonischen Klangbild. Seit zwei Jahren arbeiten die Musiker an diesem Projekt. Eine kleine Erklärung zum „Gürteltierblues“ scheint noch angebracht: Die argentinische Charango ist nämlich eine Gitarre, deren Corpus aus dem Panzer eines Gürteltieres gefertigt wird.

Der Eintritt zum Konzert beträgt 10 Euro. (pee)

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