Im Landleben verwurzelt bleiben

+
Lebensabend im Dorf: Seniorenangebote auf landwirtschaftlichen Betrieben sind bisher noch dünn gesät. Das Forschungsprojekt Vivage will dies für die Zukunft ändern.

Den Lebensabend eigenverantwortlich zu gestalten, ist ein wichtiges Anliegen von Senioren. Gewünscht wird, möglichst lange im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung zu bleiben.

Doch das ist leider nicht mehr möglich, sobald die Eigenständigkeit aufgrund von Altersgebrechen oder Krankheit beeinträchtigt wird. Das Angebot an alternativen Wohn- und Lebensmöglichkeiten ist zwar vorhanden, oft befinden sich derartige Einrichtungen aber in Ballungszentren, was für ältere Menschen, die an Natur und Landleben gewöhnt sind, eine schwierige Umstellung bedeutet. Auch die Größe der Einrichtungen und die damit verbundene Anonymität ist oftmals ein Problem für pflegebedürftige Senioren, die ihre Wurzeln im ländlichen Raum haben. 

Download: PDF der Sonderseiten Lebensqualität im Alter

Ausgabe Frankenberg

Ausgabe Melsungen

Ausgabe Fritzlar-Homberg

Ausgabe Northeim

Ausgabe Hann. Münden

Ausgabe Hofgeismar-Wolfhagen

Ausgabe Witzenhausen

Ausgabe Kassel

Green Care-Projekte

In den Niederlanden und auch in Österreich gibt es bereits Alternativangebote in Green Care-Projekten: Senioren können als Tagesgäste Zeit auf dem Bauernhof verbringen und haben so Sozialkontakt, kochen gemeinsam, gärtnern, kümmern sich um die Tiere oder gehen einer anderen Beschäftigung nach. Die Idee dahinter ist simpel. Die Menschen aus ländlichen Regionen können dort auch alt werden, die pflegenden Angehörigen werden entlastet, die Abwanderung gestoppt und die Region belebt – Jung und Alt bleiben dort verankert, wo sie zuhause sind.

Einzelne landwirtschaftliche Betriebe haben auch in Deutschland in den letzten Jahren ein Angebot für Hochaltrige oder Demenzkranke aufgebaut – sei es über einen Mittagstisch, ein Freizeitangebot, die Vermietung von Räumen mit einem hauswirtschaftlichen Service, den Aufbau einer kleinen Tagesstätte oder eines Wohnheims. Gerade in kleinen Dörfern könnten sich mit solchen Angeboten neue Chancen für beide Seiten eröffnen.

Im Zukunftszentrum Holzminden-Höxter wird nun im Forschungsprojekt VivAge analysiert, welche Erfahrungen landwirtschaftliche Betriebe machen, beziehungsweise gemacht haben, die bereits Angebote für Senioren offerieren. Aus der Liste der Betriebe mit Seniorenangeboten werden acht ausgewählt, um die Erfahrungen über Interviews mit Betriebsleitern und teilnehmenden Senioren tiefer gehend zu analysieren. Mit dieser Analyse soll die momentane Lage in Deutschland dargestellt werden. Die Betriebe erhalten hierfür eine Aufwandsentschädigung und natürlich eine Rückmeldung über die Ergebnisse. Interessierte Betriebe können sich per Telefon oder auf der Website des Projekts näher informieren. Dort kann ein kleiner Fragebogen beantwortet werden. (uko/nh)

Kontakt:

Claudia Busch
Zukunftszentrum Holzminden-Höxter
Telefon: 0 55 31 / 12 62 79


www.vivage.de

Das könnte Sie auch interessieren