Rückblick auf die Entstehung und Entwicklung der Stadt

Melsungen, Stadt an der Fulda

Verbindet Tradition und Moderne: Melsungen feiert in diesem Jahr sein 825 jähriges Stadtjubiläum.

Die erste Erwähnung Melsungens als Stadt findet man in einem Brief des Mainzer Erzbischofs Konrad. Dort schreibt Konrad, dass er die Stadt Melsungen (burgum Milisungen) „mit allem Zubehör“, so Jürgen Schmidts Geschichte der Stadt Melsungen, für 350 Mark gekauft habe.

Leider trägt sein Schreiben kein Datum. Es ist aber bekannt, dass er den Bischofsstuhl von 1183 bis 1190 innehatte, sodass die Ersterwähnung der Stadt in diese Zeitspanne fällt. Die Jubiläumsfeierlichkeiten in diesem Jahr werden also zu Recht begangen, denn im Jahr 1190 – vor 825 Jahren – existierte Melsungen als Stadt.

Dass dieser burgus sofort alle Funktionen einer Stadt ausüben konnte, ist fraglich. Landgräfliche Städte hatten einen vicillus – einen Verwalter im Auftrag des Territorialherren. Ein solcher wird für Melsungen im Jahr 1235 genannt.

Der früheste urkundliche Beleg für Melsungen stammt vermutlich aus dem Jahr 1151, in dem Erzbischof Heinrich von Mainz dem Kloster Hasungen eine Schenkung bestätigte. Die Schenkung sind vier Hufen in „maior Milsungen“ – dem Groß-Melsungen. Die Geschichtswissenschaft weist darauf hin, dass die Zuordnung des Orts in dem Dokument fraglich, aber möglich ist. Über die Siedlungsgeschichte des Ortes vor dieser Zeit gibt es Spekulationen, allein es fehlen die Dokumente. In einer Schenkungsurkunde aus der Zeitspanne 802 bis 817 an das Kloster Fulda wird ein Ort als „Elisungun“ benannt.

Der Schenkende, Graf Meginhere, erwähnt in der Urkunde auch „in pago Milisunge“, also einen Gau innerhalb des Hessengaus. Die Ersterwähnung des Orts bleibt also im Ungefähren. Frühe Ansiedlungen Ganz sicher siedelten im Raum Melsungen schon vor der Zeitenwende Menschen. Urnenfunde aus der Hallstattzeit (900 – 450 v. Chr.) am Kesselberg und Galgenberg belegen dies. Da hier der uralte Handelsstraße ‚Sälzerweg’ die Fulda quert, liegt es nahe, an dieser Stelle eine Siedlung zu vermuten. Zerstörung und Wiederaufbau Nach dem Kauf der Stadt traten zwischen den rivalisierenden Mächten, einerseits dem Mainzer Erzbischof, andererseits dem Landgrafen von Thüringen, Spannungen auf. Es kam zu einem lokalen Krieg, in dessen Verlauf Melsungen zerstört wurde.

Landgraf Ludwig II. von Thüringen gelang es, Melsungen vom Erzbischof zurück zu bekommen. Er erhielt Melsungen als Lehen und begann sofort mit dem Neuaufbau der Stadt. Sie wird planmäßig angelegt und noch heute geht man in der Innenstadt auf den damals angelegten Wegen. Als Quellen wurden herangezogen: Wolf, Dieter: Melsungen – eine Kleinstadt im Spätmittelalter, Band 1; Schmidt Jürgen: Melsungen. Die Geschichte einer Stadt.