Düngen, Mähen, Vertikutieren: So wird der Rasen saftig grün

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Für einen schönen Rasen: Der Rasenmäher sollte nicht mehr als die Hälfte der Halme auf einmal abschneiden, damit das Mähergebnis optimal ist.

Im Garten gehen Anspruch und Wirklichkeit oft auseinander – insbesondere bei der Rasenpflege. Wie oft schneiden, wie oft düngen? Und was macht man gegen das lästige Unkraut, wenn man nicht gleich mit der chemischen Keule zuschlagen will? Die wichtigsten Stichwörter für schönes Grün:

3,5 BIS 5 ZENTIMETER

Das ist die optimale Schnitthöhe für das Rasenmähen. Wichtig ist aber auch, dass niemals mehr als die Hälfte auf einmal abgeschnitten wird, erklärt Harald Nonn, Vorsitzender der Deutschen Rasengesellschaft in Bonn. Denn je tiefer geschnitten wird, desto empfindlicher werden die Gräser. Das bedeutet allerdings, dass im Sommer bei starkem Wachstum des Rasens durchaus häufig zum Rasenmäher gegriffen werden muss. Nonn rät hier zum Mähroboter, der für den Experten deutliche Vorteile gegenüber dem herkömmlichen Rasenmäher habe, auch bei feuchter Witterung. Durch den täglichen Schnitt falle nur eine sehr geringe Menge an Mähgut an. Zudem sei es sehr fein und riesele schnell in die Grasnarbe ein, wo es als Mulch zurückbleibt.

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DREIMAL

Das ist die wichtige Zahl für die Düngung. „Sie ist für den Rasen sehr wichtig. Der Dünger sollte aber nicht in einer Gabe pro Jahr verabreicht werden, sondern auf in der Regel drei Düngungstermine verteilt werden“, erklärt Andreas Vietmeier von der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen. Neben der Frühjahrs- und Sommerdüngung empfiehlt er eine kalium-dominierte Düngung im Oktober, da Kalium die Robustheit und Frosthärte des Rasens im Winter erhöhe.

Grundsätzlich sei es sinnvoll, in regelmäßigen Abständen eine Bodenuntersuchung durchzuführen, um herauszubekommen, welche Nährstoffe benötigt würden. Für das Wachstum des Rasens sei vor allem Stickstoff unerlässlich. Ob die Halme Kalk benötigen, hänge vom pH-Wert des Bodens ab. „Der pH-Wert sollte zwischen 5,5 und 7,5 liegen“, sagt Vietmeier. Ist er zu niedrig, sollte Kalk verabreicht werden. Sonst werde das Auftreten von Moos begünstigt.

WÄSSERN

Das ist die Antwort auf ein Problem, das Hundebesitzer und deren Nachbarn kennen. Pinkeln sie auf Rasen, kann es durchaus vorkommen, dass dieser gelbe Flecken entwickelt. Denn die hohe Salzkonzentration des Urins verätzt die Gräser. Daher rät Michael Henze vom Bundesverband Garten- und Landschaftsbau (BGL) zum Gießen. „Gerne mit zwei Eimern Wasser und möglichst sofort - gerade im Fall von Hunde-Urin. Wenn man das Ereignis direkt bekämpft, ist der Effekt am größten.“

Rasensprenger sollten am besten am frühen Morgen das Grün wässern.

Allerdings betont er auch: „Wenn Hunde allerdings immer wieder die gleiche Ecke im Garten aussuchen, muss man sich vielleicht doch der Frage stellen, ob Rasen an dieser Stelle des Grundstücks sinnvoll ist. Zum Beispiel gibt es auch gegen Urin tolerante Ziergräser, wie Schilfgras oder Strandroggen.“

Gegen kahle Stellen im Rasen, die wegen Trockenheit nach dem Winter zurückbleiben oder in Hitzeperioden im Sommer entstehen, hilft das Nachsäen. Dafür muss zum Standort passendes Saatgut gewählt werden. „Die Nachsaat kann auch vor beginnendem Regen erfolgen“, erklärt Henze. „In jedem Fall sollte das Saatgut nicht zu lange auf trockenem Boden liegen.“

VERSENKREGNER

Das ist der Tipp von Henze gegen Unkraut. Es entsteht – genauso wie Krankheiten und Schädlingsbefall – eher, wenn der Rasen geschwächt ist. Daher spielt neben einer ausreichenden Nährstoffversorgung und regelmäßigem Mähen vor allem das verlässliche Gießen eine entscheidende Rolle bei der chemiefreien Bekämpfung von Unkraut. „Versenkregner, die vor allem in den frühen Morgenstunden in Abhängigkeit von der Bodenfeuchtigkeit beregnen, haben sich hier sehr bewährt“, erklärt Henze.

Wie man mit Unkraut umgeht, liege natürlich immer im Auge des Betrachters und hänge von eigenen Vorlieben ab, sagt der Pflanzenexperte. Anders formuliert: „Mag ich Gänseblümchen und Löwenzahn im Rasen – oder nicht?“ Das muss der Hobbygärtner für sich entschieden – und dann gegebenenfalls die Pflege anpassen und regelmäßig zu Messer oder Unkrautstecher zu greifen. (tmn)

Von Brigitte Geiselhart

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