Adelebsen und Rosdorf

Grenzlager-Außenstellen: 400 Flüchtlinge in zwei Schulen

Übernachtung auf Feldbetten: So sieht es in den Klassenräumen der ehemaligen Anne-Frank-Schule in Rosdorf aus. Mehr als zwölf Flüchtlinge teilen sich einen Raum. Foto: Schlegel

Adelebsen/Rosdorf. Etwa 400 Flüchtlinge kamen über das Wochenende nach Adelebsen und Rosdorf. Zwei Schulen sind damit ab sofort neue Außenstellen des Grenzdurchgangslagers Friedland.

Albert-Schweitzer-Schule Adelebsen: Bis zu den Sommerferien wurden dort noch Mädchen und Jungen unterrichtet. Seit dem Wochenende sind in der ehemaligen Schule 191 Flüchtlinge untergebracht. Mehr als ein Dutzend Flüchtlinge teilen sich dabei jeweils ein Klassenzimmer. Sie schlafen auf Feldbetten und werden maximal vier bis zwölf Wochen in Adelebsen bleiben. Die Schule ist zunächst bis zum Jahresende Außenstelle von Friedland.

Große Hilfsbereitschaft: In Adelebsen ist die Hilfsbereitschaft der Bevölkerung groß. Innerhalb von zwei Tagen ist eine große Menge Bekleidung, Schuhe und Bettsachen für die Flüchtlinge angekommen und zum Teil auch schon sortiert worden, berichtet Bürgermeister Holger Frase. Deshalb werden in Adelebsen derzeit nur noch Hygieneartikel, zum Beispiel Duschbad oder Seife, angenommen. Abgabe während der Öffnungszeiten des Rathauses an der Burgstraße: montags bis freitags von 8 bis 12 Uhr, montags und dienstags von 14 bis 16 Uhr sowie donnerstags von 14 bis 17.30 Uhr.

Reise abgesagt: Eigentlich wollten Bürgermeister Holger Frase, der Adelebser Ortsbürgermeister Kurt Prutschka und der Lödingser Bürgermeister Norbert Hille in die polnische Partnerstadt Wilun zu den Gedenkfeiern zum Beginn des Zweiten Weltkriegs fahren. Jetzt ist nur eine kleine Abordnung in die Partnerstadt, die gleich nach Kriegsbeginn überfallen wurde, unterwegs. Das Trio wird in Adelebsen gebraucht – für die Flüchtlinge.

Info-Abend in Adelebsen: In der Landkreis-Turnhalle an der ehemaligen Albert-Schweitzer-Schule gibt es am Donnerstag, 3. September, einen Info-Abend. Dazu wird ab 19.30 Uhr auch ein Vertreter des Grenzdurchgangslagers Friedland erwartet.

Anne-Frank-Schule Rosdorf:  In der Anne-Frank-Schule in Rosdorf, die nicht mehr genutzt wird, sind zusätzlich 200 Flüchtlinge übers Wochenende untergebracht worden. Bis auf die Räume, die von der Kreisvolkshochschule sowie der Kreismusikschule genutzt werden, ist damit die gesamte Schule eine Flüchtlingsunterkunft. Auf dem Schulgelände leben seit dem Hochwasser vor zwei Wochen zudem etwa 200 Flüchtlinge in der dortigen Turnhalle.

Thema Turnhalle:  Wegen der vielen Flüchtlinge ist derzeit noch unklar, ob die Rosdorfer Turnhalle rechtzeitig nach Ferienende wieder für den Schul- beziehungsweise Vereinssport wieder freigegeben werden kann.

Hilfsgüter in Rosdorf:  In Rosdorf wurden bereits Bekleidung und Schuhe an Flüchtlinge verteilt. Deshalb sind im dortigen Bürgerbüro, Lange Straße 12, jetzt wieder alle Hilfsgüter, zum Beispiel Kleidung, Bettwäche und Hygieneartikel. willkommen. Es hat montags von 8 bis 18 Uhr, dienstags von 8 bis 15 Uhr, mittwochs von 8 bis 13 Uhr, donnerstags von 8 bis 12 Uhr und von 14 bis 18 Uhr sowie freitags von 8 bis 13 Uhr geöffnet.

Hilfe für Flüchtlinge in Adelebsen und Rosdorf

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