Zum Beginn des Zweiten Weltkriegs: Gedenken auf dem Trutzhainer Waldfriedhof

Blick auf die Flüchtlinge

Ernstes Gedenken: Detlef Schwierzeck, hinter ihm Stadträtin Christel Gerstmann. Foto: Haaß

Trutzhain. Anlässlich des Antikriegstags versammelten sich am späten Montagnachmittag knapp 30 Menschen auf dem Waldfriedhof in Trutzhain.

Wie schon in der Vergangenheit wurde zur bewegenden Gedenkveranstaltung vom Ortsverband des DGB Schwalmstadt, dem Arbeitskreis Spurensicherung und der „Gedenkstätte und Museum Trutzhain“ eingeladen.

Vor 76 Jahren begann mit dem Überfall der Wehrmacht auf Polen der Zweite Weltkrieg. Am 1. September 1939 eröffnete das Linienschiff „Schleswig-Holstein“ um 4.45 Uhr das Feuer auf polnische Befestigungen auf der Westerplatte vor der Freien Stadt Danzig. Laut Bundeszentrale für politische Bildung kostete der Krieg in sechs Jahren knapp 60 Millionen Menschen das Leben.

„Republik verteidigen“

Hans Gerstmann vom Arbeitskreis schlug einen Bogen vom Kriegsanfang zur Gegenwart und zur aktuellen Flüchtlingsdebatte. Er appellierte an alle, zum grassierenden Fremdenhass nich länger zu schweigen, „diese unsere Republik, die so vielen Menschen als erstrebenswert erscheint, gilt es zu verteidigen.“

Erster Stadtrat Detlef Schwierzeck sagte, der 1. September sei als Mahnung für etwas Schreckliches zu sehen, was sich nie wieder wiederholen dürfe, „dieser Krieg endete erst, als die westlichen Alliierten und die Sowjetunion gemeinsam Deutschland zur Kapitulation gezwungen hatten und somit auch uns Deutsche von der Nazidiktatur befreiten. Die erzwungene Kapitulation hat es uns, den Nachgeborenen in Deutschland, möglich gemacht, dass wir in Freiheit und Würde leben.“

Wie Gerstmann forderte auch Schwierzek die Menschen auf, für demokratische Werte einzutreten. Angesichts der deutschen Geschichte sei man verpflichtet Widerstand gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit zu leisten. „Wir dürfen nicht wegsehen, sondern müssen uns dieser bedrohlichen Entwicklung entgegenstellen, damit alle Menschen, gleich welcher Herkunft sie sind oder welcher Religion sie angehören, in unserem Land ungefährdet in Frieden leben können“, sagte Schwierzeck.

Begleitet von Trompetenklängen legten die Teilnehmer am Ende der kleinen Gedenkveranstaltung rote Nelken auf die Gräber des Waldfriedhofs und verharrten nachdenklich im stillen Gedenken. (zmh)

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