Flüchtlingspolitik: Regionale CDU-Politiker stehen hinter Merkel

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Erntet derzeit viel Kritik: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Unser Bild zeigt sie bei einer Debatte im Bundestag am 1. Oktober, bei der die Abgeordneten über ein Maßnahmenpaket zur Bewältigung der Flüchtlingskrise beraten haben.

Kreis Kassel. Die Zuversicht von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in der Flüchtlingskrise wird nicht von allen geteilt. Wir fragten nach, wie die Politik der CDU-Chefin von den Christdemokraten im Landkreis Kassel bewertet wird.

CDU Fuldatal 

Alexander Lorch

„Die Kritik an Angela Merkel wird der Thematik nicht gerecht“, sagt Alexander Lorch, Vorsitzender der CDU Fuldatal. Merkels Kurs sei Ausdruck ihres europäischen Gedankens, nach dem die Flüchtlinge auf alle Mitgliedsstaaten verteilt werden sollten. Es sei nicht absehbar gewesen, welche Dimension die Einwanderung annimmt und dass Deutschland am Ende so viele Flüchtlinge aufnehmen müsse.

„Wir tragen Merkels Politik mit und sehen die Aufnahme der Flüchtlinge grundsätzlich positiv“, so Lorch. Dennoch müsse klar sein, dass es Leistungsgrenzen gibt. „Wer allen helfen will, hilft am Ende niemandem“, ist Lorch überzeugt. Es müsse eine Begrenzung der Aufnahme erfolgen, sowohl im Sinne der Bundesrepublik und ihrer Bürger als auch im Sinne der Flüchtlinge.

CDU Baunatal 

Andreas Mock

Der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Andreas Mock aus Baunatal zeigt Verständnis für die Entscheidung der Kanzlerin. Die Kritik an ihrem Handeln weist er zurück. „Bei geschätzten 1,5 Millionen Flüchtlingen, die Deutschland in diesem Jahr voraussichtlich erreichen, hilft auch kein Plan mehr“, so der Stadtrat.

Mock räumt allerdings ein, dass die Parteibasis in Baunatal sich schon frage, wann eine Grenze bei der Aufnahme neuer Flüchtlinge gezogen wird. „Und wir fragen uns natürlich, was mit denen geschieht, die keine Chance auf Asyl haben und wie die schnelle Abschiebung abgelehnter Asylbewerber gehandhabt werden soll“, so Mock.

CDU Fuldabrück 

Hans-Jürgen Lange

Kritik an der Einwanderungspolitik von Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt es laut Fraktionschef Hans-Jürgen Lange innerhalb der Fuldabrücker CDU nicht: „Wir stehen hinter der Bundeskanzlerin“, sagt er. Die Partei teile Merkels Kurs und Entscheidungen.

Dennoch fragten sich die Fuldabrücker Christdemokraten, wann das Ende der Fahnenstange erreicht sei. „Die große Frage ist, wann die Zahl der Flüchtlinge, die aufgenommen werden, eingeschränkt wird“, so Lange.

CDU Kreis Kassel 

Frank Williges

„Frau Merkel macht einen guten Job“, sagt Frank Williges. Immerhin befinde sich Deutschland in einer Situation, die es so noch nicht gegeben habe, meint der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Kassel. Er hält es für richtig, dass die Parteichefin darauf drängt, die Zustände in den Flüchtlingslagern etwa in der Türkei zu verbessern und die Ursachen von Flucht zu beseitigen. Menschen aus den Westbalkan-Ländern, die keine Chance auf Asyl haben, sollten seiner Meinung nach nicht einreisen. „Und die Asylverfahren müssen beschleunigt werden.“

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