Flüchtlinge arbeiten in Friedland

Mit Spaß an der Arbeit: Diese sechs Asylbewerber nehmen am GAB-Projekt teil und pflegen mit Baubetriebshof-Leiter Thilo Hoffmann Friedland. Foto: Leissa

Friedland. In Friedland arbeiten sechs Flüchtlinge in einem Projekt – sie unterstützen die Müllentsorgung, machen Straßenpflege und helfen bei Ausbesserungsarbeiten an Häusern.

Mit dem neuen Projekt „Arbeitsgelegenheit für Flüchtlinge“ soll nicht nur Friedland schöner gemacht werden, sondern laut Landrat Bernhard Reuter auch ein Beitrag zur Integration geleistet werden.

In Kooperation mit der Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB) sind seit Anfang Dezember sechs Flüchtlinge aus dem Landkreis unter der Leitung vom Göttinger Bauhofleiter Thilo Hoffmann durch Friedland und Umgebung unterwegs.

„Das Projekt gibt den Flüchtlingen eine Beschäftigung, die sowohl sinnvoll ist, als auch als ein Zeichen setzen kann: Wir helfen auch, wir geben etwas zurück“, sagt Landrat Bernhard Reuter. Vier Mal die Woche ziehen die Asylsuchenden aus Rittmarshausen, Kerstlingerode, Rosdorf, Obernjesa und aus Stockhausen durch die Region und pflegen die Infrastruktur. „Mehr Menschen bedeutet auch mehr Abnutzung“, sagt Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs und ist überzeugt, dass das auf ein halbes Jahr ausgelegte Projekt nach dem erfolgreichen Testlauf in eine zweite Runde gehen wird. Bislang zeigen sich die Teilnehmer motiviert und zuverlässig, sagt Sabrina Knoch, pädagogische Mitarbeiterin der GAB. Als Aufwandsentschädigung erhalten die sechs Männer 1,05 Euro die Stunde.

Angeregt wurde das Projekt im Zuge des Friedländer Appells: Weil in dem auf etwa 700 Personen ausgelegten Grenzdurchgangslager Friedland zwischenzeitlich mehr als doppelt so viele Menschen zeitgleich lebten, kam Unmut bei den Friedländern auf. Zwar sei die Akzeptanz in der Bevölkerung noch immer hoch und die Hilfsbereitschaft leide nicht darunter, sagte Andreas Friedrichs. Aber unter anderem die Wege vom Lager bis zum lokalen Lebensmittelhandel waren oft verschmutzt – es kam zu Krisen im Zusammenleben.

In einer Einwohnerversammlung wurde das Problem besprochen und ein Appell an den niedersächsischen Innenminister Boris Pistorius formuliert. „Wir waren überrascht aber froh, wie schnell wir Antwort bekamen“, sagt Reuter.

Die Zahl der Flüchtlinge in Friedland soll nicht mehr zunehmen, mit dem Beschäftigungsprojekt werde die Integrationsarbeit in Friedland vorangetrieben. Gute Erfahrungen in diesem Bereich kann die GAB bereits mit den Ergebnissen eines Projekts aus dem Raum Duderstadt vorweisen. 

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