Flüchtlinge: In kleinen Schritten in den Job

Landkreis Göttingen. Im Landkreis Göttingen bereiten sich immer mehr Betriebe darauf vor, Flüchtlingen Ausbildungsplätze anzubieten.

Die Betriebe stehen bereit: Sartorius in Göttingen hat Flüchtlinge als Praktikanten im Betrieb, die Spedition Zufall habe Interesse signalisiert, bei Otto Bock gebe es Aktivitäten und das Telekom-Ausbildungszentrum möchte Flüchtlinge in Ausbildung nehmen, so Dr. Martin Rudolph, Leiter der Geschäftsstelle der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Göttingen.

Und auch die Kreishandwerkerschaft steht in den Startlöchern: Die Betriebe wurden angeschrieben, wer Interesse an Flüchtlingen als Mitarbeiter hat, teilweise gebe es auch schon Praktikanten im heimischen Handwerk, beschreibt es Christoph Sachse, stellvertretender Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Südniedersachsen in Göttingen.

Die Mitarbeiter suchenden Betriebe auf der einen und arbeitswillige Flüchtlinge auf der anderen Seite zusammenzubringen, um so dem Fachkräftemangel zu begegnen ist das Ziel der Verbände. Von „Ernüchterung“ oder wachsender Skepsis, wie sie kürzlich nach dem Tag der deutschen Industrie öffentlich geäußert wurden, ist hier nichts zu spüren.

„Man geht realistisch an die Sache heran“, sagt Dr. Rudolph. „Allen Unternehmen ist klar, dass der Praktikant nicht kommt und funktioniert.“ Er habe zudem das Gefühl, dass die Betriebe auch bereit seien, zu investieren.

Ein Knackpunkt sei die Sprache. Doch mit dem Asylverfahrenbeschleunigungsgesetz dürfe jetzt auch die Arbeitsagentur Sprachkurse fördern, sagt Christine Gudd, Sprecherin der Agentur in Göttingen. Asylbewerber mit einer hohen Bleibewahrscheinlichkeit können unter bestimmten Voraussetzungen Bildungsgutscheine von der Arbeitsagentur erhalten. Und sie können einmünden in die Angebote der Arbeitsagentur.

Im Bereich der Agentur für Arbeit Göttingen waren Anfang November 85 Flüchtlinge in Maßnahmen. 240 waren bei der Agentur gemeldet.

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa

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