Gefragt sind eher kleine Größen

Fragen und Antworten zum Thema Spenden für Flüchtlinge

Stapelweises Spenden: So sieht es derzeit in den Räumen vieler Hilfsorganisationen der Region aus. Unser Bild zeigt Michael Wehmeyer, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbands Hofgeismar, mit fertig gepackten Kleiderkartons. Foto: Thiele

Kassel. Das Thema Spendenbereitschaft für Flüchtlinge beschäftigt die Hilfsdienste der Region. Dies ist daher ein Schwerpunkt der heutigen Fragen und Antworten.

Was bedeutet die offensichtlich große Spendenbereitschaft der Menschen für die Arbeit der Hilfsdienste? 

Die Ausstattung der Menschen mit angemessener Kleidung und Dingen des täglichen Bedarfs ist auch eine logistische Herausforderung - auch wegen der großen Spendenbereitschaft der Bundesbürger. Das ist auch eine große Herausforderung für die Helfer etwa beim Deutschen Roten Kreuz (DRK) in Kassel und Hofgeismar.

Können die Helfer derzeit überhaupt noch Spenden annehmen? 

Das DRK sammelt und verteilt Kleiderspenden. Es bittet darum, die Spenden zwar zuhause bereitzustellen, aber noch nicht an den Sammelstellen abzugeben oder in die DRK-Kleidercontainer einzuwerfen, sondern erneute Spendenaufrufe abzuwarten. Der Winter sei noch lang, sagt Holger Gerhold-Toepsch, Geschäftsführer des DRK-Kreisverbandes Kassel-Wolfhagen.

Man könne den Menschen zwar nicht verbieten, die Spenden schon jetzt beim DRK oder in den Containern abzugeben, doch das erschwere derzeit die Lage. Und einen Hinweis wiederholt auch er noch einmal: Wichtig sei es auch, die Spenden nicht selbst in die Lager zu bringen, weil das dort für Neid und Chaos sorge. Das solle man den Helfern überlassen.

Welche Kleidung wird überhaupt gebraucht? 

Bedarf an Spenden besteht nach Angaben von DRK-Geschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch vor allem an folgenden Dingen:

• Kleidung für Kinder von 5 bis 15 Jahren.

• Herrenkleidung der Größen M und S.

• Damenkleidung der Größen M und S.

• Herrenschuhe in kleinen Größen bis maximal 43.

• Lange Oberbekleidung, Jacken und Mäntel die über das Gesäß reichen.

• Jogginganzüge für Männer und Frauen sowie Leggings (werden auch als Nachtkleidung getragen).

• Unterwäsche sowie Socken (kommen sonst in Kleiderspenden selten vor).

Die Kleidung sollte gewaschen und noch tragbar sein.

Was wird im Moment nicht benötigt? 

Nicht benötigt werden laut DRK große Größen, Decken und Babykleidung, weil die vorhandene Kleidung für die Zahl der Geburten ausreiche.

Gibt es überhaupt genügend Helfer, um die Kleiderspenden zu sortieren? 

Am Wochenende sortierten und packten die Helfer 750 Kleiderkartons, die nun auf Abruf verteilt werden, berichtet DRK-Kreisverbandsgeschäftsführer Holger Gerhold-Toepsch. Es werden aber auf jeden Fall noch Freiwillige gesucht, sowohl vom Roten Kreuz in Kassel (Kontakt für potenzielle Helfer per E-Mail: ich-will-helfen@drk-kassel.de) als auch in Hofgeismar (Telefon 05671/9966-0)

Die Spendenbereitschaft der Menschen sei überwältigend und die Kleiderlieferungen werden noch Wochen anhalten, meint Gerhold-Toepsch. Zur Organisation sagt er: Man habe eine Liste angelegt, mit deren Hilfe man bei Bedarf neue Helfer hinzuholen kann.

Und wie ist es mit dem Transport der Kleidung? 

Weil der eigene Fuhrpark ausgelastet ist, sucht das DRK in Kassel – entweder geliehen oder als Geschenk – einen Kastenwagen, der mit normalem Führerschein zu fahren ist, sowie fünf freiwillige Helfer, die das Ausfahren und Ausladen der Kleidung übernehmen.

Gibt es generell noch eine Stelle, an die sich potenzielle Sachspender oder Helfer wenden können? 

Weil die Hilfsorganisationen mit dem Sortieren und Verteilen nur langsam nachkommen, ist es besser, Hilfsangebote vorher anzumelden um den Bedarf zu klären. Für Spenden oder andere Hilfsangebote, die die Erstaufnahme-Einrichtungen unter anderem in Calden, Beberbeck und der Stadt Kassel betreffen, hat das Regierungspräsidium (RP) eine Mail-Adresse eingerichtet: heae-calden@rpks.hessen.de

Wichtig sei eine möglichst präzise Benennung des Hilfsangebotes oder der Sachspende, die zur Verfügung gestellt werden soll. So können die Helfer gezielt auf Angebote zugreifen. Nach Angaben des RP werden Möbel oder Hausrat in den Erstaufnahme-Unterkünften nicht benötigt.

Kleiderspenden sind das eine, wie sieht es mit weiteren möglichen Unterkünften in der Region aus? 

Aktuell neu im Aufbau sei nur die Zeltstadt in Hessisch Lichtenau, erklärte das Regierungspräsidium. Mögliche andere Standorte würden noch geprüft, darunter sei auch der leerstehende Hornbach Gartenmarkt in Lohfelden. Auch am Dienstag sei darüber noch keine Entscheidung gefallen, hieß es aus dem RP weiter.

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- Flüchtlinge in der Region: Weitere Zelte werden aufgebaut

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