Dort will sich auch Til Schweiger engagieren

Land bleibt bei Plänen für Flüchtlingslager in Osterode

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Die Rommel-Kaserne in Osterode aus der Luft: Dort soll eine Erstaufnahmeeinrichtung für Flüchtlinge entstehen.

Osterode. Das Innenministerium in Hannover weist Berichte, wonach die Pläne für ein weiteres Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in Osterode am Harz vom Tisch seien, zurück.

„Wir verhandeln weiter mit der Eigentümerin, weil wir dringend weitere Kapazitäten brauchen“, sagte Ministeriumssprecher Matthias Eichler am Mittwoch. „Wir haben eine Prognose vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge über 75.000 Asylanträge in diesem Jahr. Da kann man einen Standort nicht einfach vom Tisch wischen.“ Das Ministerium stehe mit Eigentümern mehrerer Standorte in Verhandlungen.

NDR Info Radio hatte am Mittwoch mitgeteilt, die Schadstoffbelastungen in dem Gebäude der ehemaligen Rommelkaserne seien so hoch, dass sie nicht in angemessener Zeit beseitigt werden könnten. Vor knapp zwei Wochen war bekanntgeworden, dass der als mögliche Flüchtlingsunterkunft vorgesehene Kasernenkomplex mit verschiedenen Giftstoffen belastet ist. In den Gebäuden sollen unter anderem Asbest, Glaswolle sowie giftige und krebsauslösende Chlorverbindungen verbaut worden sein. Der Landkreis Osterode bestätigte daraufhin, dass viele Gebäude für einen Daueraufenthalt derzeit nicht geeignet seien. Die Sanierung soll einen zweistelligen Millionenbetrag kosten.

Schadstoffbelastung

Die Beseitigung der Schadstoffbelastung sei nach Abschluss eines möglichen Vertrages Aufgabe des Eigentümerin, betonte Eichler. Das Land verhandele außerdem noch über weitere Standorte für Erstaufnahmeeinrichtungen in Cuxhaven und Neu Tramm im Wendland. Außerdem gebe es inzwischen sowohl aus dem Landkreis Gifhorn wie auch aus anderen Regionen des Landes Angebote.

An welchem Ort die sechste Aufnahmeeinrichtung in Betrieb gehe, könne er noch nicht sagen, betonte der Sprecher. Er gehe aber davon aus, dass das noch in diesem Jahr der Fall sein werde. Im Frühjahr 2016 sollten dann eine siebte und möglicherweise auch eine achte dazu kommen. Im November werde das ehemalige Kloster Blankenburg in Oldenburg als fünftes Erstaufnahmelager eröffnet.

Aufgrund der Überbelegung der Lager Friedland, Bramsche, Braunschweig und Osnabrück werde von Woche zu Woche nach Notunterkünften gesucht. Am Wochenende sind nach den Worten Eichlers in Bramsche erneut Zelte aufgestellt worden. Auch Gebäude der Polizeiakademie Niedersachsen seien mit Flüchtlingen belegt worden.

Engagement von Schweiger

In dem geplanten Flüchtlingsheim in Osterode will sich auch der Schauspieler und Regisseur Til Schweiger engagieren. Er hatte gemeinsam mit Freunden, dem Geschäftsmann Wolfgang Koch aus Stade und dem „Security-Spezialisten“ Jan Karras aus Hamburg, unter anderem Sprachkurse und Freizeitangebote finanzieren wollen.

So sollte aus der ehemaligen Kaserne ein „Vorzeigeflüchtlingsheim“ werden. Jetzt will Schweiger aber zunächst in der Erstaufnahmeeinrichtung Osnabrück aktiv werden. (epd)

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