Platz für bis zu 180 Flüchtlinge am Schloss Wollershausen im Eichsfeld

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Leitet die Flüchtlingsunterkunft für bis zu 180 Asylbewerber am Wasserschloss Wollershausen: Hermann Eckes.

Wollershausen. In den angrenzenden Gebäuden des barocken Wasserschlosses Wollershausen im Eichsfeld sollen in Zukunft maximal 180 Flüchtlinge bis zum Ablauf ihres Asylverfahrens leben.

Das erklärte Bürgermeister Ulrich Schakowske während einer Bürgerversammlung im Dorfgemeinschaftshaus des 460 Einwohner zählendes Dorfes, das zur Samtgemeinde Gieboldehausen gehört.

Der Landkreis Göttingen investiert dafür 1,3 Millionen Euro. Wunschvorstellung des Kreises sei, dass nicht mehr als 120 bis 150 Flüchtlinge betreut werden müssten, sagte Kreisrat Marcel Riethig vor den knapp 100 Zuhörern.

Auf dem 38 000 Quadratmeter großen Schlossareal, das entspricht der Fläche von etwa fünf Fußballfeldern, waren bis vor kurzem noch Flüchtlinge im Rahmen der Erstaufnahme untergebracht. Nach Aufgabe der Notunterkunft sollen dort nun vor allem Familien aus Syrien, Irak, Afghanistan und Eritrea dort untergebracht werden. Die Asylbewerber werden in Einzel- und Doppelzimmern sowie Wohnungen im Wohnheim und Wirtschaftsgebäude des Geländes leben und in Gemeinschaftseinrichtungen selbst kochen.

Das Gelände ist inzwischen von der Kreiswohnbaugesellschaft Osterode in Absprache mit dem Landkreis Göttingen gekauft worden. Das Schloss selbst ist wegen baulicher Mängel für eine Unterkunft nicht geeignet. Als Unterkunft werden das frühere Schulungs- sowie das Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Mädchenheims des Sozialdienstes katholischer Frauen (Dortmund) genutzt. Die Sporthalle steht jetzt wieder den Vereinen des Dorfes zur Verfügung.

Betrieben wird die Unterkunft von der Landkreis eigenen Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen mbH (GAB). Leiter des Standorts wird der 57-jährige ehemalige Oberstleutnant der Reserve, Hermann Eckes, der zuletzt im Bildungsmanagement der IHK tätig war. Für die Flüchtlinge sind Sprachlern-, Qualifizierungs- und Freizeitprogramme vorbereitet.

Der Leiter des Kreissozialamtes, Manfred Fraatz, rechnet damit, dass die Asylverfahren mindestens neun Monate benötigen. Während dieser Zeit haben die Flüchtlinge die Pflicht, sich im Landkreis Göttingen aufzuhalten. Wenn sie anerkannt werden, können sie sich überall in Deutschland niederlassen.

Nach den Worten von Samtgemeindebürgermeisterin Marlies Dornieden hat die Gemeinde für die zu erwartenden Kinder in den Kindergärten und in der Grundschule Vorkehrungen getroffen, damit sie entsprechend aufgenommen und betreut werden.

Nach den bisherigen Erfahrungen in der Notunterkunft und im als Erstaufnahmeeinrichtungen genutzten Rosenthaler Hof erwartet die Polizei keine Sicherheitsprobleme. „Ich habe überhaupt keine Bedenken, die Integration klappt bisher gut“, sagte der Leiter der Polizei Duderstadt, Otto Moneke.

Viele Fragen

Aus der Bevölkerung wurden während der Versammlung zahlreiche Detailfragen gestellt. Eine Bürgerin gab den Rat: „Sucht den Kontakt, dann bauen sich Ängste von selbst ab.“ (zhp)

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