13 Afghanen haben mitgemacht

Polizistin hilft minderjährigen Flüchtlingen - Konflikte lösen in Hann. Münden

+
Störenfriede wollen das Handy abzocken: Hauptkommissarin Jacqueline Emmermann, Sozialpädagogien Timo Küster (beide Links) und Peter Kleinadel (rechts) inszenieren die Szene.

Hann. Münden. Es kommt zum Streit mit den Fäusten. Die Szene spielte in der früheren Kurhessenkaserne als Teil des Kurses „Gewaltfrei in Konfliktsituationen“ (GiK). 13 junge Flüchtlinge aus Afghanistan haben mitgemacht.

Das Präventionsprojekt, auf das sich das Jugendamt, die Jugendhilfe Südniedersachsen (JSN) und die Polizei im vergangenen Jahr verständigt haben, soll möglichst sämtlichen unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen in Stadt und Landkreis Göttingen zu Gute kommen und wird deshalb mehrfach für immer andere Gruppen von Jugendlichen ausgerichtet.

Polizeihauptkommissarin Jacqueline Emmermann, Beauftragte für Jugendsachen, hat den fünfstündigen Ablauf mit den JSN-Sozialpädagogen Timo Küster und Peter Kleinadel entwickelt. „Ich helfe, ohne mich selbst in Gefahr zu bringen“, gibt Emmermann als entscheidenden Leitsatz. Mit einem der JSN-Mitarbeiter und dem Dolmetscher Atiq Rafiq geht einer der jungen Heranwachsenden aus dem Raum. Nach der Rückkehr löst er das Dilemma anders: Er lässt den Handydieb einfach stehen und nimmt den Bestohlenen zur Seite. So kommt es nicht zu Handgreiflichkeiten. Doch was tun, wenn man drei Angreifer vor sich hat? „Die Polizei anrufen“, kommt als Antwort.

Ein weiteres Ziel des Kurses: die Jugendlichen sollen ihre Ängste gegenüber der Polizei abbauen. Polizisten dürften keine Schläge austeilen, betont sie. „Wenn das passiert, können wir unseren Job verlieren.“ Außerdem gibt die Hauptkommissarin Wissen über das deutsche Rechtssystem und über hiesige Grundwerte weiter. „Wir möchten junge Menschen über das deutsche Strafrecht aufklären, damit sie keine Probleme mit dem Gesetz bekommen, sie sollen aber auch lernen, wie Konflikte entstehen und wie sie ohne Blessuren aus heiklen Situationen kommen können.“ Wie Küster und Kleinadel versteht Emmermann diese Arbeit als wichtigen Beitrag für die Integration.

Mit einem Zettel für ihr Feedback werden die Jugendlichen aus dem Kurs entlassen. Schon in der Abschlussrunde ist deutlich geworden, dass sie viel mitgenommen haben. Die afghanische Gesetzgebung sei ganz anders. „Jetzt habe ich kapiert, wie es hier abläuft“, sagt Jawad. (zul)

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.