Arbeiten an der Notunterkunft im Herkules-Markt kommen schnell voran

Anpacken in der Freizeit: Die ehrenamtlichen Helfer der Feuerwehr und Hilfsorganisationen haben im Erdgeschoss des Herkules-Marktes aus Spanplatten einzelne „Zimmer“ errichtet, in denen auf rund 18 Quadratmetern bis zu sechs Flüchtlinge untergebracht werden.

Bad Hersfeld. Sonntagnachmittag. Draußen Nieselregen. Während die meisten Menschen bei Kerzenlicht, Kaffee und Kuchen daheim sitzen, wird im Herkules-Markt mit Hochdruck gearbeitet.

Kreissägen fressen sich kreischend in Spanplatten, Akkuschrauber surren, es riecht nach frischem Holz und Sägespänen. Wo früher Lebensmittelregale standen, wird jetzt Lebensraum für Flüchtlinge geschaffen.

Dank an die Helfer

Seit Samstag sieben Uhr sind die ehrenamtlichen Helfer der Freiwilligen Feuerwehren, von THW und DRK im Einsatz. In zwei Schichten wird täglich bis 22 Uhr mit je 100 bis 140 Leuten gearbeitet. Sie opfern bereitwillig ihr Wochenende, um in Windeseile eine Notunterkunft für mehrere hundert Flüchtlinge zu errichten.

Am Sonntagnachmittag macht sich Landrat Dr. Michael Koch ein Bild von der Lage. „Was hier in nur 40 Stunden von ehrenamtlichen Helfern aufgebaut wurde, ist sehr beeindruckend“, staunt er und wiederholt mehrfach seinen Dank an die Einsatzkräfte.

Die technische Einsatzleitung liegt bei Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar. „Das hier ist Teamarbeit im besten Sinner, ich bin sehr stolz auf alle Einsatzkräfte“, sagt sie und lobt das hohe professionelle Niveau auf dem gearbeitet wird. Auch Torsten Wennemuth von der Bad Hersfelder Feuerwehr lobt das Zusammenspiel der verschiedenen Helfer. „Wir können uns aufeinander verlassen“, sagt er.

Dank der etwas längeren Vorlaufzeit kann der Kreis die beiden Geschosse des früheren Einkaufmarkts auch etwas menschenwürdiger herrichten. Die Pläne dafür hat das Bad Hersfelder Architekturbüro Dietz erarbeitet, das auch Sonderschichten eingelegt hat.

Alles nach Plan: Landrat Dr. Michael Koch und Kreisbrandinspektorin Tanja Dittmar vor den Umbauplänen, die das Architekturbüro Dietz erarbeitet hat. Fotos: Struthoff

Statt Bauzäunen mit Plastikplanen begrenzen nun drei Meter hohe Spanplatten die einzelnen, rund 18 Quadratmeter großen Schafabteile in denen schonbald bis zu sechs Menschen Platz finden sollen. Die Eingänge werden mit Vorhängen abgeschirmt. Sie sind versetzt angeordnet, um „ein Minimum an Privatssphäre zu wahren“, erläutert Dittmar.

Dort, wo früher das Sportgeschäft war, entsteht ein separater Spielbereich für die Flüchtlingskinder. Gegenüber im Friseursalon kommt der Sanitätsbereich unter. Auch an einen Gebetsbereich wurde gedacht. Im Untergeschoss entstehen Aufenthaltsbereiche und Duschen. „Sie werden aus Modulen zusammengesetzt, wie wir sie sonst von Festivals kennen“, erklärt Dittmar. Das ganze Gebäude ist alarmgesichert und wird von einem Wachschutzunternehmen rund um die Uhr bewacht. Auch die Polizei dreht regelmäßige Runden.

Ein Dach über dem Kopf

Bis Mittwoch soll alles fertig sein, denn irgendwann in der kommenden Woche werden die ersten der 1000 Flüchtlinge der Sonderzuweisung des Landes eintreffen. Sie erwartet kein Luxus, kein wohliges Heim, wohl aber ein Dach über dem Kopf, Wärme und ein wenig Frieden nach Wochen auf der Flucht.

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