Folgen für Vereins- und Schulsport

Sporthallen für Flüchtlinge: Sportkreis fordert Alternativen

+
Mit Bauzäunen umstellt: Die Sport- und Kulturhalle in Gemünden ist Flüchtlingsunterkunft.

Waldeck-Frankenberg. Der Sportkreis Waldeck-Frankenberg hofft, dass zur Unterbringung weiterer Flüchtlinge zukünftig nicht zuerst auf Sporthallen zurückgegriffen wird.

„Das ist natürlich zunächst die schnellste Lösung für den Landkreis. Man kann zwar Hallen belegen, aber man muss auch über Alternativen nachdenken“, sagte Sportkreis-Chef Uwe Steuber bei der jährlichen Herbstsitzung des erweiterten Vorstands mit Vertretern der Fachverbände in Korbach.

Allerdings zeichnet sich sowohl für die Berufsschulhalle in Korbach (Umzug der Flüchtlinge ins Lalelu) als auch für die Hallen in Mengeringhausen, wo Unterkünfte für Migranten auf dem früheren Bundeswehrgelände auf dem Hagen entstehen, ein Ende der Nutzung als Erstaufnahmeeinrichtung ab. Die Sportler in Gemünden müssen dagegen wohl länger auf ihre Halle verzichten.

Der Landkreis muss ab Mitte Dezember jedoch mit der Sonderzuweisung von 1000 Flüchtlingen durch das Hessische Innenministerium rechnen. Für die Unterbringung zieht die Kreisspitze laut Steuber weitere Drei-Felder-Hallen in Betracht.

Dabei gebe es Alternativen, sagte Steuber. Er nannte die Jugendburg Hessenstein oder die Jugendherberge Hohe Fahrt am Edersee - beide Standorte sind von der Kreisspitze derzeit aber verworfen worden. Der Sportkreisvorstand begrüßte ausdrücklich die Initiative mehrere Kommunen, das Gelände der ehemalige Mauser-Werke bei Waldeck zu belegen.

Auch, dass im Südkreis ehemalige Supermärkte zur Unterbringung geprüft werden, sei der richtige Weg. „Es müssen schnelle Entscheidungen fallen, um auf eine eventuelle Belegung von Sporthallen nur im Ausnahmefall und für eine kurze Übergangszeit zurückgreifen zu müssen“, so Steuber, der auch Bürgermeister von Lichtenfels ist. Der Landkreis solle bereits im Vorfeld weiterer Zuweisungen die Alternativen prüfen. Dann sei er vorbereitet und könne nicht - wie in der aktuellen Situation, in der eine Zuweisung laut Landrat Kubat schon ab dem 15. Dezember erfolgen kann -, wieder nur reagieren.

Auch das Jugendcamp der Sportjugend Hessen in Harbshausen käme für den Sportkreis als Flüchtlingsunterkunft in Betracht, so Steuber. Allerdings müssten die Baumhütten erst winterfest gemacht werden.

Waldeck-Frankenberg steht laut Sportkreis-Vorstand im hessenweiten Ranking der Belegung von Sporthallen mit Schutzsuchenden ganz oben. „Es geht darum, dass wir unsere Stimme erheben“, sagte Steuber. Folgen habe die Umwidmung der Hallen gerade im Winterhalbjahr nicht allein für den Vereins-, sondern fast mehr noch für den Schulsport, wurde in der Sitzung betont. 

(mn)

Was die Sportvereine bereits zur Integration von Flüchtlingen tun, lesen Sie in der gedruckten Dienstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Schlagworte zu diesem Artikel

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken, um Missbrauch zu vermeiden.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.