Gebäude bereits komplett entkernt

Stadtkämmerer: Burgfeldkrankenhaus nicht für Flüchtlinge nutzbar

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Zur Unterbringung von Flüchtlingen nicht mehr geeignet: das ehemalige Burgfeldkrankenhaus. 

Kassel. Das ehemalige Burgfeldkrankenhaus in Kassel steht bereits seit Monaten leer. Angesichts der städtischen Suche nach neuen Unterbringungsmöglichkeiten für die immer zahlreicher kommenden Flüchtlinge stellte sich da für viele Kasseler die Frage, warum die Klinikgebäude an der Burgfeldstraße / Wigandstraße nicht dazu genutzt werden können.

Warum das nicht (mehr) geht, hat Stadtkämmerer Christian Geselle (SPD) am Mittwochabend im Wirtschaftsausschuss erklärt. Man habe das Gebäude geprüft und mit den Investoren, die auf dem Gelände Stadtvillen errichten wollen, Gespräche geführt. Dabei habe sich herausgestellt, dass die Unterbringung von Flüchtlingen im Burgfeldkrankenhaus technisch nicht mehr möglich sei, sagte Geselle.

„Nur noch ein Gerippe“

Das Gebäude sei komplett entkernt, alle Leitungen seien bereits entfernt worden. „Das ist nur noch ein Gerippe mit Außenhaut“, betonte der Stadtkämmerer.

Wegen der „Katastrophenmeldungen“ über die Zeltunterkunft auf dem alten Flugplatz Kassel-Calden hatte Axel Selbert, der Fraktionschef der Kasseler Linken, die ehemalige Klinik ins Spiel gebracht. Mit dem geplanten Bau beziehungsweise Umbau der Wohnhäuser könne ohnehin erst nach dem Winter begonnen werden. Deshalb könne das ehemalige Krankenhaus im Stadtteil Bad Wilhelmshöhe doch zumindest für eine Übergangszeit als Unterkunft für rund 300 Flüchtlinge dienen, meinte Selbert.

Nach Christian Geselles Angaben befinden sich derzeit 1450 Flüchtlinge in Kassel. Noch reichten die Kapazitäten aus, aber angesichts des großen Zustroms sei die Stadt gehalten, „wie die Weltmeister nach weiteren Unterbringungsmöglichkeiten zu suchen“. Enorm gestiegen ist laut Geselle der Bedarf bei den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen, von denen sich derzeit 280 junge Menschen in Kassel befinden. 

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