Trotz wachsender Zahl an Flüchtlingen kaum Engpässe bei der Tafel

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Freuen sich über gut gefüllte Körbe: die Mitarbeiter der Northeimer Tafel, von links: Sonja Wiedemann, Karsten Kaune, Dunja Wendler, Torsten Bierwirth und Joshua Richter.

Northeim. Der Flüchtlingszustrom macht sich bei der Northeimer Tafel bemerkbar. Der Anteil der Asylbewerber und Flüchtlinge unter den Nutzern ist inzwischen auf einen Anteil zwischen zwölf und 15 Prozent gewachsen.

Das sagte der Betriebsleiter des ehrenamtlich tätigen Hilfswerks, Karsten Kaune.

Zurzeit ist die Tafel am Rückingsanger 5 in der Kreisstadt für knapp 1700 bedürftige Menschen wichtiger Anlaufpunkt bei der Versorgung mit Lebensmitteln, die von Supermärkten, Bäckereien, Großhändlern oder Produzenten eingesammelt und gegen einen geringen Betrag abgegeben werden. Rund 2000 Kundennummern seien in der „Kundenkartei“ enthalten.

Einzelpersonen zahlen für einen Einkauf zwei Euro und Familien vier Euro. Außerdem gibt es eine sogenannte Familienkarte zum Preis von 20 Euro. Damit sind acht Einkäufe möglich.

„In der Regel sind wir ganz gut sortiert, aber manchmal kommt es auch zu Engpässen.“ Mangelsituation gibt es vor allem bei Milch, Käse, Margarine, Joghurt, Öl, Zucker, Salz und Mehl“, sagt Karsten Kaune.

Sorgen bereitet ihm auch der geringe Anteil von Babynahrung. Auf sie seien gerade Flüchtlingsfamilien mit jungen Kindern angewiesen.

Bei den gespendeten Lebensmitteln handelt es sich vor allem um Ware, deren Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen ist und von den Supermärkten nicht mehr verkauft wird. Die Waren sind allerdings häufig noch gut zu verwenden.

„Wir prüfen die Lebensmittel. Nur was uns brauchbar erscheint, wird genutzt“, sagt der Betriebsleiter. Der Anteil der Ware, die nicht mehr gegessen werden könne, liege bei etwa 30 Prozent.

120 Kilometer mindestens

Die rund 80 ehrenamtlichen Mitarbeiter der Tafel bewegen täglich rund 1,5 Tonnen. Mit ihrem Klein-Lkw sind Mitarbeiter täglich rund 120 bis 170 Kilometer unterwegs, um die Spenden bei Supermärkten wie zum Beispiel Rewe, Kaufmarkt, Lidl, Netto, Penny und seit kurzem Aldi abzuholen.

Manchmal führen die Fahrten auch weiter weg, beispielsweise zur Firma Mars in Verden/Aller, wo in dieser Woche noch bunte M&M’s Schoko-Erdnüsse in weihnachtlicher Verpackung abgeholt werden sollen. Kaune: „Da freuen wir uns schon drauf.“

Fahrer gesucht

Die Tafel benötigt dringend noch ehrenamtlich Fahrer für ihr Fahrzeug. Dabei gehe es nicht nur darum, Spenden abzuholen, sondern diese auch Bedürftigen zu bringen, die nicht mehr laufen könnten.

Um den laufenden Betrieb zu sichern, ist die Tafel zudem auf Geldspenden angewiesen. Allein die Dieselkosten für das Fahrzeug belaufen sich monatlich auf rund 400 Euro. (zhp)

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