Zahl der Flüchtlinge im Kreis könnte auf 7600 steigen

Schwalm-Eder. Keiner kann absehen, wie sich der Zustrom von Flüchtlingen entwickelt, der Schwalm-Eder-Kreis bereitet sich jedoch auf deutlich höhere Zahlen als bisher vor.

Zurzeit leben 2800 Asylsuchende hier, bis zum Jahresende könnten es laut einer Prognose 7600 sein, sagte Landrat Winfried Becker am Montag in Fritzlar im Kreistag.

Diese Situation hat auch Einfluss auf den Haushalt des Landkreises. Der Stellenplan soll vorsorglich um 74 Stellen aufgestockt werden, um übers Jahr flexibel auf die Entwicklung reagieren zu können. 2,5 Millionen Euro sollen dafür in den Haushalt eingeplant werden, erklärte Becker, der den Nachtragshaushalt für 2016 vorstellte. Die Entscheidung über den Etat wird der neu zu wählende Kreistag treffen.

Derzeit seien die beiden Notunterkünfte in Schwalmstadt und in Fritzlar nicht ausgelastet. Sie sind jeweils für bis zu 500 Menschen ausgelegt, im Moment aber nur mit etwa 200 Flüchtlingen belegt.

In Neukirchen sei eine Erstaufnahme-Einrichrichtung für 1000 Menschen geplant, 500 Plätze stünden bereits zur Verfügung. Wann sie benötigt werden, sei noch nicht abzusehen.

Nach den Prognosen des zuständigen Regierungspräsidiums Darmstadt waren für den Schwalm-Eder-Kreis 120 neue Flüchtlinge pro Woche angekündigt worden. Im Durchschnitt seien es 2016 bisher aber nur etwa 80 gewesen.

Neben den Notunterkünften unterhält der Landkreis zwölf Gemeinschaftsunterkünfte und 591 Wohnungen, in denen Flüchtlinge längerfristig untergebracht sind.

Unter anderem habe der Landkreis jetzt auch das ehemalige Evangelische Freizeitheim in Niedenstein, die ehemalige Jugendherberge Melsungen sowie das ehemalige Gebäude der Bundesagentur für Arbeit in Schwalmstadt angemietet. Die steigende Zahl an Wohnungen erfordere einen hohen Verwaltungsaufwand.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa

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