Volkmarser Angler leisten Beitrag zum Naturschutz

1500 Bachforellen in Erpe und Twiste ausgesetzt

Ein Angler hat eine Forelle aus einem Bottich mit vielen lebenden Forellen herausgehoben.
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Das lacht das Anglerherz: Harald Vernaleken präsentiert eine der dreijährigen Forellen, die ausgesetzt wurden.

Wenn er vom Angeln spricht, kommt Harald Vernaleken richtig ins Schwärmen. Schon in früher Kindheit hat ihn sein Onkel mit zum Angeln genommen. Als Erwachsener schätzt er die Ruhe und die Beschäftigung in freier Natur. Und ernsthaft betrieben ist der Angelsport ein Beitrag zum Naturschutz.

Volkmarsen - Das stellten die Mitglieder des Angelsportvereins Volkmarsen am Mittwoch unter Beweis, als sie rund 500 dreijährige Bachforellen und 1000 einjährige Jungfische in ihren Gewässerabschnitten von Erpe, Twiste und Watter aussetzten.

Die je nach Alter bis zu 300 Gramm schweren Forellen stammen von den Fischzuchtbetrieben Reinhardswald. Züchter Tobias Dworak ist selber begeisterter Angler und weiß, worauf es ankommt, wenn es darum geht, heimische Fischbestände zu erhalten und Artenvielfalt zu fördern.

Wasserqualität der Erpe ist optimal

Er bestätigt, was auch die Volkmarser Angler beobachtet haben: Das Uferrandstreifenprogramm, das Landwirte dafür belohnt, in unmittelbarer Nähe von Fließgewässern keine Düngemittel mehr auszubringen, zeigt Wirkung.

Fischzüchter Tobias Dworak liefert lebendige Forellen aus. Die Tiere werden in Twiste und Erpe ausgesetzt.

Die Wasserqualität sei spürbar gestiegen. Die Gewässer in der Region seien nicht mehr überdüngt. Das führe zu weniger Nährstoffeintrag in die Bäche und zu weniger schnell verfügbarem Futter. Die Fische müssten nun länger suchen, bis sie Futter finden. Das bedeute aber mehr Qualität statt Quantität.

Der 1982 gegründete Volkmarser Angelsportverein hat insgesamt rund 18 Kilometer Bachläufe in Volkmarsen gepachtet. Die rund 30 aktiven Mitglieder investieren einen guten Teil ihrer Freizeit, um die Bachläufe sauber zu halten. „Wir sammeln Müll und kümmern uns darum, dass die natürlichen Bachläufe erhalten bleiben“, stellt Vorsitzender Christophe Riolt nicht ohne Stolz fest.

Beitrag zum Artenschutz

„Wir besetzen die Bäche auch mit Fischarten, die auf der Roten Liste stehen“, ergänzt der zweite Vorsitzende Harald Vernaleken: Elritzen, Moderlieschen, Bitterlinge und Teichmuscheln seien zwar in der Öffentlichkeit weniger bekannt, hätten aber eine große Bedeutung für die Gewässerqualität. Dafür setzten sich die Angler ein.

Ab in die Freiheit: Harald Vernaleken, Gerd Heitzmann setzten abschnittweise viele hundert Forellen entlang der Bachläufe von Twiste und Erpe aus.

Gefangen und verzehrt werden aber meist nur die Bachforellen, die der Verein im Frühjahr selber einsetze. Unbeschreiblich sei das Gefühl, auch mal einen Fisch zuzubereiten, den man selber gefangen habe, erzählt Vernaleken: „Dann weiß man auch, wo das herkommt.“

Begleitung auf dem Weg zur Fischereiprüfung

Gerne geben die Mitglieder des Angelsportvereins Volkmarsen ihre Begeisterung für ihr Hobby in der Natur auch an die nächste Generation weiter. Interessierte Jugendliche sind ebenso willkommen wie erwachsene Angler. Auf dem Weg zur Fischereiprüfung gibt es eine Menge zu lernen. Dabei helfen die erfahrenen Angelsportler gerne.

Wer angeln will, muss eine staatliche Prüfung beim Regierungspräsidium ablegen und dabei sein Wissen in Gewässerkunde, Fischkunde und Gesetzeskunde unter Beweis stellen.

Wer sich einmal beim Angelsportverein Volkmarsen umschauen möchte, der sollte sich an Harald Vernaleken wenden, Telefon Tel. 0162/4750442, Mail: haraldvernaleken@gmail.com (Elmar Schulten)

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