Eigentlich auf Wildschweine ausgerichtet

Jagdpächter verärgert über Jagd in Waldecker Nationalparkrevier: 31 Rehe zur Strecke gebracht

Vorsicht Jagd: Bei einer Jagd im Revier des Nationalparks im Bereich um Waldeck kam es kürzlich zu Unstimmigkeiten.
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Vorsicht Jagd: Bei einer Jagd im Revier des Nationalparks im Bereich um Waldeck kam es kürzlich zu Unstimmigkeiten.

Ein Jagdpächter in Waldeck reagierte verärgert über eine Jagd im Revier des Nationalparks Kellerwald-Edersee.

  • Bei einer Jagd in einem Revier des Nationalparks Kellerwald-Edersee brachten 25 Jäger mit 15 Hunden insgesamt 31 Stück Rehwild innerhalb von zwei Stunden zur Strecke.
  • Der Jagdpächter eines Nachbarreviers kritisierte die hohe Abschusszahl im Rahmen des Abschussplans für das laufende Jagdjahr.
  • Die Jagd im Erweiterungsgebiet des Nationalparks Kellerwald-Edersee soll nicht aufgegeben werden, um forstwirtschaftliche und landwirtschaftliche Schäden gering zu halten, sagt Parkleiter Manfred Bauer.

Waldeck – Bei einer Jagd des Nationalparks im Bereich Kanzel, Michelskopf, Uhrenberg brachten 25 Jäger mit 15 Hunden in zwei Stunden 31 Stück Rehwild zur Strecke. Der Pächter eines angrenzenden Reviers kritisierte heftig die Jagdmethoden, hohe Abschusszahl und Informationslücken im Vorfeld.

Pachtvertrag läuft noch bis 2027

Er sei erst wenige Tage vor der Jagd informiert worden, dass die Zuständigkeit dieses Reviers an den Nationalpark übergegangen sei, sagt Heinz Kreidewolf, Pächter eines Nachbarreviers. Sein Pachtvertrag läuft noch bis 2027 und geht dann an den Nationalpark über.

Kritisch äußerte sich Kreidewolf zur Zahl der erlegten Rehe. Der ehemalige Jagdberechtigte habe in 2020 schon Rehwild zur Strecke gebracht. Dabei sehe der Abschussplan der Reviere für das Jagdjahr „zum Beispiel für 250 Hektar 15 Stück Rehwild“ vor. Jetzt sei das ungeliebte Schalenwild schnell dezimiert worden. Hunde hätten zudem auch sein Revier durchstöbert und Rehe in das Nationalparkareal getrieben.

Mit so vielen Rehen nicht gerechnet

Nationalparkleiter Manfred Bauer erläuterte auf Nachfrage der WLZ, dass die Jagd am 30. Januar eigentlich auf Wildschweine ausgerichtet war. Vertreter von Nationalpark und dem südlich angrenzenden Jagdbezirk waren sich einig, dass bisher zu wenige „Schwarzkittel“ geschossen wurden. Bauer: „Die anderen angrenzenden Nachbarn wurden ebenfalls informiert und gebeten, ihre Grenze mit abzustellen.“ Verglichen mit bisherigen Jagden des Forstamtes Vöhl habe man mit 10 bis 15 Rehen und mindestens 5 bis 10 Wildschweinen gerechnet.

Bezüglich des gemeinsamen Abschussplans für Rehe sei bei der Niederwildhegegemeinschaft Waldeck zuvor angefragt worden, ob bereits Teile für das 200-Hektar-Revier erfüllt wurden und es zur erwarteten Strecke deshalb Einschränkungen gebe. „Dies wurde verneint“, sagte Bauer. „Mit der hohen Anzahl an Rehen, die gesehen wurden, hatten wir selbst nicht gerechnet.“ Dass einzelne Hunde bisweilen auch über Grenzen hinweg stöberten, lasse sich nie ganz ausschließen. „Deshalb jagt man ja auch mit den Nachbarn zusammen.“

Jagd im Erweiterungsgebiet wird nicht aufgegeben

Nach Rückmeldung der Jäger sei nur ein Teil des Rehwildes erlegt worden. Daher sei versuchsweise nur eine Bewegungsjagd im Herbst geplant, „um unseren Teil zum Gesamtabschussplan beizutragen“. Ansonsten würde die Fläche beobachtet und auf Wildschweinschäden reagiert.

Bauer: „Es war ausdrücklicher Wunsch im Erweiterungsprozess und der Diskussion mit den Anrainern, dass die Jagd im Erweiterungsgebiet nicht aufgegeben wird und der Nationalpark seinen Teil dazu beiträgt, forstwirtschaftliche und landwirtschaftliche Schäden gering zu halten.“  

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