Corona-Impfung

Mitarbeiterin im Impfzentrum betont: „50 Euro pro Stunde hätten viele gern“

Impfzentrum des Landkreises in Korbach: In diesen Pavillons werden die Impflinge in Empfang genommen. Nach der Anmeldung geht in die umgebaute Sporthalle „Auf der Hauer“, in der auf mehreren Impfstraßen die Immunisierungen gegen das Coronavirus stattfinden. Archiv
+
Impfzentrum des Landkreises in Korbach: In diesen Pavillons werden die Impflinge in Empfang genommen. Nach der Anmeldung geht in die umgebaute Sporthalle „Auf der Hauer“, in der auf mehreren Impfstraßen die Immunisierungen gegen das Coronavirus stattfinden. Archiv

„Nachdem ich den Artikel in Ihrer Zeitung gelesen hatte, habe ich mich für meine Kollegin geschämt“, sagte die Mitarbeiterin des Impfzentrums des Landkreises, die am Donnerstagmorgen in der WLZ-Reaktion anrief. Sie möchte anonym bleiben.

Waldeck-Frankenberg – Rückblick: In unserer Donnerstagsausgabe hatten wir darüber berichtet, dass die medizinischen Honorarkräfte, die im Impfzentrum in Korbach unter anderem die Impfungen durchführen und als Stundenlohn 50 Euro erhalten, neben der Lohnsteuer rückwirkend auch Sozialversicherungsbeiträge zahlen müssen. Dieser Regelung liegt ein Erlass des Hessischen Finanzministeriums zugrunde, den der Landkreis Waldeck-Frankenberg umzusetzen hat.

Eine Mitarbeiterin des Impfzentrums kritisierte in dem Artikel den Abzug der Sozialabgaben. Dadurch bleibe kaum etwas übrig vom Honorar. Beim Vertragsabschluss sei auch nie die Rede davon gewesen, dass neben der Lohnsteuer auch Sozialversicherungsbeiträge fällig würden.

Zu dem WLZ-Bericht gab es auch viele Kommentare auf unserem WLZ-Facebook-Kanal.

„Das ist nicht richtig“, sagte am Donnerstagmorgen (06.05.2021) die gelernte Krankenschwester, die mittlerweile in einem anderen medizinischen Bereich tätig ist und nebenberuflich seit einigen Monaten auch im Impfzentrum „Auf der Hauer“ in Korbach arbeitet. Auch als die rechtliche Regelung Anfang des Jahres noch nicht ganz klar gewesen sei, hätten alle künftigen Honorarkräfte damit gerechnet, dass sie Lohnsteuer und Sozialabgaben zahlen müssen.

Corona-Impfung in Waldeck-Frankenberg: „Wir können uns nicht beschweren“

„Es ist doch jetzt optimal geregelt. Wir brauchen uns selbst nicht darum zu kümmern. Die Beiträge werden über den Landkreis abgeführt und wir müssen nur alles korrekt bei der Steuererklärung angeben.“ Ihr sei von vornherein klar gewesen, dass sie rund 40 Prozent des Verdienstes aus dem Impfzentrum beiseite legen müsse, um später bei der Steuererklärung nicht das „böse Erwachen“ zu erleben. „Das haben bei der Vertragsunterzeichnung eigentlich auch die meisten anderen Honorarkräfte genauso eingeschätzt“, sagt die gelernte Krankenschwester.

Schutz gegen das Coronavirus: Zu den Aufgaben der medizinischen Mitarbeiter im Impfzentrum des Landkreises gehört es, Spritzen zu setzen. Als Stundenlohn erhalten sie 50 Euro brutto.

Mit Blick auf die 50 Euro Stundenlohn, sagt sie: „Auch mit den Abzügen ist das ein sehr guter Verdienst. Die meisten Honorarkräfte im Impfzentrum – die Ärzte ausgenommen – hätten diesen Stundenlohn in ihrem Hauptberuf gerne. Das ist aber bei vielen nicht der Fall und deshalb können wir uns über die Entlohnung im Impfzentrum sicherlich nicht beschweren.“

Corona-Impfungen: Gute Stimmung im Impfzentrum Korbach

Die Mitarbeiterin berichtet, dass sie zusammen mit ihren Kolleginnen und Kollegen vor allem dafür zuständig ist, Impfungen durchzuführen. „Wir dokumentieren alles im Impfbuch, verabreichen den Impfstoff und unterhalten uns natürlich auch gerne mit den Impflingen. Die Arbeit macht mir viel Spaß. Es ist schön, einen Beitrag leisten zu können, damit die Pandemie schneller zu Ende geht. Ich würde das auch für weniger Geld tun.“

Die Stimmung im Impfzentrum sei trotz der Diskussion rund um die Zahlung von Lohnsteuer und Sozialabgaben immer noch gut. „Ich bin ein bis zweimal pro Woche dort – je nachdem, wie ich das mit meinem Hauptberuf unter einen Hut bekomme. Dass wir unsere Dienste, die wir im Impfzentrum leisten wollen, bequem über eine App eintragen können, vereinfacht uns die Organisation.“ (Philipp Daum)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.