Votum gegen Projektvorschlag des Landkreises

K 59 Richtung Asel-Süd und Harbshausen wird vorerst keine Fahrradstraße

Die K 59 Richtung Asel-Süd und Harbshausen wird nicht zu einer Fahrradstraße.
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Zunächst bleibt alles beim Alten: Die K 59 Richtung Asel-Süd und Harbshausen wird nicht zu einer Fahrradstraße.

Eine Straße, auf der Radfahrer Vorrang vor Kraftfahrzeugen haben – der vom Landkreis Waldeck-Frankenberg geplante Modellversuch auf der Kreisstraße 59 Richtung Harbshausen und Asel-Süd stieß auf Widerstand. Nun ist klar: Vorerst wird es keine Fahrradstraße geben, das teilte der Landkreis auf Anfrage mit.

Vöhl – Bereits im Spätsommer vergangenen Jahres kritisierten die betroffenen Ortsbeiräte das Vorhaben. „Hier sind alle absolut dagegen“, sagte Axel Hoer, Ortsvorsteher von Harbshausen damals.

Der Aseler Ortsvorsteher Thomas Ruch bekräftigt nun noch einmal: „Wir haben uns ausgiebig informiert und festgestellt, dass eine Fahrradstraße für uns keine Option ist.“ Einen zeitlich begrenzten Modellversuch hätte man in Asel und Asel-Süd allerdings akzeptiert. „Dieser Versuch hätte deutlich machen können, dass ein solches Vorhaben auf dieser Straße nicht funktioniert“, so Ruch, „unsere favorisierte Option ist weiterhin ein Ausbau mit Fahrradweg.“

Entscheidend für die Ablehnung des Projekts war allerdings das Votum der Gemeinde Vöhl. Die Gremien haben sich ebenfalls gegen das geplante Modellprojekt, zur Ausweisung der Kreisstraße vom Abzweig der B 252 bei Herzhausen bis in die beiden Vöhler Ortsteile, ausgesprochen.

Grund sind rechtliche Bedenken, die der Bürgermeister Karsten Kalhöfer in einer Stellungnahme an den Kreis deutlich machte. Ein Argument war beispielsweise, dass die Ausweisung einer Fahrradstraße nur dann sinnvoll wäre, wenn das Fahrrad das vorherrschende Verkehrsmittel auf dem jeweiligen Streckenabschnitt sei. Dies wurde seitens der Gemeinde nicht so gesehen.

Somit wurde keine verkehrsbehördliche Anordnung veranlasst, die für die Umsetzung des Modellversuchs allerdings notwendig gewesen wäre.

„Die rechtlichen Bedenken der Gemeinde Vöhl teilen wir überhaupt nicht und haben das gegenüber dem Gemeindevorstand auch dargelegt“, berichtet Kreis-Pressesprecher Dr. Hartmut Wecker. Wegen der erforderlichen und nun fehlenden Mitwirkung der Gemeinde an dem Projekt, könne dieser Modellversuch nun nicht weiterverfolgt werden. „Das bedauern wir außerordentlich, denn es wird eine Chance liegen gelassen, die Radverkehrsinfrastruktur in der Ederseeregion weiterzuentwickeln“, so Dr. Wecker.

Aufgegeben habe der Kreis allerdings noch nicht. „Es liegen noch längst nicht alle entscheidungsrelevanten Fakten auf dem Tisch, und solange dies nicht der Fall ist, kann man unseres Erachtens noch kein abschließendes Votum treffen.“

Damit zu einem späteren Zeitpunkt ein weiterer Modellversuch beantragt werden kann, soll nun eine Verkehrszählung Daten zu den einzelnen Verkehrsarten auf der K 59 ermitteln. Der Leiter der Öffentlichkeitsarbeit erklärt: „Wenn das Ergebnis vorliegt, überlegen wir neu, wie wir letztendlich die dringend notwendige gute Radwegeverbindung realisieren können. Wichtig ist es, eine verlässliche Grundlage zu schaffen, auf der eine fundierte Entscheidung getroffen werden kann.“

Diese könne dann womöglich auch bei den Verantwortlichen in der Gemeinde Vöhl zu einer neuen Beurteilung führen.

Modellversuch wurde im August 2020 vorgestellt

Mit dem Ziel einen landesweit einmaligen Modellversuch auf den Weg zu bringen, stellte der Landkreis Waldeck-Frankenberg im August vergangenen Jahres den Plan zu einer Fahrradstraße auf der K 59 bei Asel-Süd vor. Der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese erklärte damals, dass das Fahrrad auch das Tempo auf dieser Strecke vorgeben solle, deshalb war eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 30 Stundenkilometern im Gespräch.

Eine Erweiterung der 7,7 Kilometer langen Straße, um dann einen Radweg zu errichten, sei unrealistisch. Wegen der Hangsicherung kämen rasch Kosten von bis zu 40 Millionen Euro zusammen, so Frese. Deshalb nannte er die Fahrradstraße eine „elegante Lösung“, so könne man ohne großen Aufwand eine Lücke im überregionalen Radwegenetz schließen.

Die Akzeptanz in der Region war dem Kreis wichtig, deshalb wurde das Projekt dem Vöhler Gemeindevorstand, dem Ältestenrat des Parlaments und den Ortsvorstehern vorgestellt. (sk)

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