Tier starb nach längerem Todeskampf

71-Jähriger tötete Kater mit Schlagfalle und muss jetzt zahlen

Todefalle: In einer Schlagfalle, ähnlich wie diese, starb der Kater. Foto: privat

Waldeck-Frankenberg. Weil ein 71-jähriger Rentner aus dem Frankenberger Land den Kater seiner Nachbarn mit einer Schlagfalle getötet hat, ist er wegen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz am Donnerstag zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt worden.

Der Kater war am 2. Juni 2015 gestorben - wie sich jetzt herausstellte, nach längerem Todeskampf.

Bei der Verhandlung vor dem Amtsgericht in Frankenberg sagte der Rentner mehrmals: „Es tut mir leid, dass der Kater gelittet hat. Nicht aber, dass ich ihn getötet habe. Dass der Kater meinen Nachbarn gehörte, wusste ich nicht. Ich habe mir die Falle gekauft, um herumstreuende Katzen, die ich in meinem Garten nicht haben will, zu töten.“ Dass es den Kater seiner Nachbarn getroffen habe, sei ein Missgeschick gewesen.

Am 2. Juni wurde die Polizei zu einem Anwesen in einen Ort im Frankenberger Land gerufen. Ein Anwohner, der gegen 23 Uhr von der Arbeit nach Hause gekommen war, hatte aus dem Garten des 71-Jährigen ein Geräusch gehört: „Das war das Jammern einer Katze“, sagte er nun vor Gericht. Er habe an der Haustür der Katzenbesitzer geklingelt, die in der gleichen Straße wie der 71-Jährige wohnen. „Ich wusste es zwar nicht mit Sicherheit, bin aber davon ausgegangen, dass ihnen das Tier gehörte.“ Die Katzenbesitzer vermissten tatsächlich ihren Kater, erkannten ihn an seinem Jammern und verständigten die Polizei.

Auf die Frage der Staatsanwältin, warum er nicht sofort auf das Grundstück des 71-Jährigen gegangen sei, um den Kater zu helfen, sagte der Besitzer: „Ich wollte mir keine Klage wegen Hausfriedensbruch einhandeln.“ Als zwei Polizisten nach etwa 20 Minuten am Ort des Geschehens eintrafen, klingelten sie am Haus des Rentners, der sie in seinen Garten ließ. Für die Beamten war der Anblick des Katers eine außergewöhnliche Situation. „Wir wussten, dass er das nicht überleben wird. Wir konnten ihn aber ohne Hilfe des Angeklagten auch nicht von seinem Leid erlösen. Ein sicherer Schuss war angesichts der Position, in der das Tier lag, nicht möglich“, sagte einer der beiden Beamten.

Per Hand habe man die Falle nicht öffenen können. Der Kater wurde erst befreit, als der 71-Jährige nach mehrfacher Aufforderung den passenden Spanner holte und die Falle öffnete. Das Tier starb jedoch direkt danach an seinen Verletzungen.

Wie das Strafmaß genau zustande kam, und weitere Stimmen aus dem Gerichtssaal lesen Sie in der gedruckten Freitagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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