So voll war es an der Talsperre noch nie

Wohnmobilflut zu Pfingsten und volle Ufer am Edersee

+
Sehr zufrieden mit den zwei langen Wochenenden in Reihe: Gastronom Felix Düsener an seiner Bringhäuser „Endstation“ mit Corona-Hinweisen für die Gäste.

„So voll habe ich´s am Edersee noch nie erlebt.“ Dieser Satz war an den beiden vergangenen, langen Wochenenden häufiger unter Einheimischen zu hören.

  • Der Besucherandrang am Edersee war  an  Himmelfahrt und Pfingsten selbst unter Corona-Bedingungen so groß wie nie
  • Besonders Wohnmobile kamen in nie zuvor gesehener Zahl an den Edersee
  • Gastronomen berichten von großer Nachfrage und verständnisvollen Gästen

Edersee – Und das will etwas heißen in der mehr als 100-jährigen Geschichte der Edersee-Talsperre.

Ein sonderbares, arbeitsreiches Pfingstwochenende mit einem Gäste-Massenandrang unter Corona-Bedingungen und bei Kaiserwetter liegt hinter der so lange gebeutelten Gastronomie und den anderen Tourismusunternehmen. 

Ordnungsbehörden am Edersee de facto auf verlorenem Posten

Die Ordnungsbehörden am Edersee verfolgten das Geschehen quasi machtlos. Wer könnte auch das Einhalten sämtlicher Abstandsregeln und sonstigen Bestimmungen effektiv angesichts zigtausender Menschen kontrollieren, fragt sich nicht nur Edertals Bürgermeister Klaus Gier: „Das geht überhaupt nicht, es sei denn, man würde die Parkplätze wieder sperren.“

Wohnmobile standen in Massen auf fast sämtlichen Parkplätzen am Edersee

Wohl einzigartig in der Geschichte des Sees: die Riesenwelle an Wohnmobilisten aus ganz Deutschland. Nach der Lockerung der Corona-Beschränkungen machten sich Unzählige von ihnen auf, heimatliche Gefilde zu erkunden – sonst um diese Zeit verteilen sie sich quer über Europa. Ergebnis: Die rollenden Ferienwohnungen kaperten zuhauf die normalenParkplätze am Edersee, weil die ausgewiesenen Wohnmobil-Stellplätze dicht waren. Das hatte es so an Himmelfahrt noch nicht gegeben, weil kurz darauf weitere Lockerungen der Corona-Regeln griffen.

Das ist nicht etwa ein Wohnmobil-Stellplatz am frühen Pfingstmontag-Morgen, sondern der Tagesbesucherparkplatz am Rehbach.

Die „WoMo“-Gäste nutzten die Lücke im Gesetz, der zu Folge überall in Deutschland eine Übernachtung gestattet ist, „um die Fahrtüchtigkeit wieder herzustellen“, erklärt Klaus Gier. So zeigte sich selbst der kleine Aussichtsparkplatz mit Blick auf Rehbach und Halbinsel Scheid im Edersee am Montagmorgen mit drei Wohnmobilen voll gestellt. „Wir frühstücken hier nur wegen der schönen Aussicht“, meint einer der Bewohner schmunzelnd, der mit dem Stuhl und einer Tasse Kaffee in der Hand in der Sonne sitzt.

Gäste zeigen sich in der Gastronomie am Edersee geduldig und verständnisvoll

Alle Hände voll zu tun hatte die Gastronomie. „So viel Fassbier habe ich bisher noch nicht verkauft an drei Tagen“, erklärt Felix Düsener beispielhaft. Der 29-Jährige übernahm vor drei Jahren die Bringhäuser „Endstation“. Gemeinsam mit seiner Familie hat er den Betrieb auf die Corona-Vorgaben zugeschnitten mit mehr Sitzplätzen draußen, Einbahnstraßenregelung und getrennten Bereichen für Kaffee und warme Speisen sowie einem Imbissstand. Seine Eltern und er zeigen sich sehr erfreut über die Reaktion der Gäste.

„Bis auf wenige Ausnahmen reagierten die Menschen mit großer Geduld und großem Verständnis. Und sie hielten die Regeln etwa zum Abstand ein“, sagt Düsener.

Ein Gästepaar verlangte Einbahnstraße für Fußgänger auf der Edersee-Sperrmauer

Manch einer erschrak allerdings ob des Andrangs, berichtet Klaus Gier. Ein Gästepaar habe sich beschwert, speziell über die Edersee-Sperrmauer. „Sie forderten eine Einbahnstraßenregelung für Fußgänger auf der Mauerkrone“, berichtet der Bürgermeister.

Aber wie sei das praktikabel bei einem großen Umweg zurück auf die andere Mauerseite? Die zwei Gäste hätten nach eigener Aussage auf dem Absatz kehrtgemacht, um dem Trubel zu entgehen.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.