Neues Angebot für Familien

Milch-Erlebnispfad in Usseln eröffnet

Eröffnung Milch-Erlebnispfad Usseln, Wasserspiel an der Pön-Hütte von links Yannis, Sophie und Jonnas
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Spaß an den neuen Milchpfad-Stationen hatten (von links) Yannis, Sophie und Jonnas.

Wanderstrecken und Freizeitangebote für Familien bietet das Upland – ein neues Projekt soll beides zusammenbringen: der Milch-Erlebnispfad.

Willingen-Usseln - „Wir wollten etwas schaffen, was Familien in der freien Natur erleben können“, berichtet Michael Behle vom Willinger Wirtschaftsbeirat. Heraus kam die Idee zu einem Milch-Erlebnispfad, welche die Gemeinde aufnahm. Donnerstagnachmittag wurde er offiziell eröffnet.

Er führt über sechs Kilometer von der Usselner Touristinformation über Diemelquelle und Kahlen Pön zum „Milchmuhseum“. An acht Stationen erfahren Wanderer nicht nur Wissenswertes zur Milch, neu installierte Spiele sorgen für Spaß am Weg.

Von der ersten Station geht es an Outdoor-Sportanlagen und Spielplatz vorbei zur Pön-Hütte, wo es etwa darum geht, wie viel eine Kuh trinken muss – und die Kinder selbst mit einem Wasserspiel das kühle Nass laufen lassen können. An der Diemelquelle wird der Weg „Vom Gras zur Milch“ beschrieben und ein Kuhglockenspiel lädt zum weithin hörbaren Musizieren ein. Käse ist das nächste Thema: An einer Wand, löchrig wie ein Emmentaler, können Kinder ihre Wurfkünste unter Beweis stellen.

Alles Käse? Wer treffsicher mit Fichtenzapfen ist, findet das bestimmt nicht.

Eine Rast im „Heustadl-Kino“ an der Stolberg-Hütte bietet Lehrfilme über die Landwirtschaft. Auf dem Pön lässt sich an der Fernrohrstation nach einer Kuh suchen, während die Infotafel die Bedeutung der Landwirtschaft für die Landschaftspflege durch Kühe erklärt. „Die wäre nicht zu bezahlen, wenn man Menschen anheuern müsste“, zeigte sich Kreislandwirt Martin Vollbracht erfreut.

Auf dem Rückweg bietet eine Foto-Station einen Panorama-Blick auf Usseln, kurz darauf können Kinder sich noch auf einem kleinen „Kuhfladen-Trampolin“ austoben und erfahren, was es mit der Nummer am Ohr der Kuh auf sich hat.

Weithin zu hören ist das Kuhglockenspiel an der Diemelquelle.

Das Ziel ist dann das „Milchmuhseum“ samt Café – wer sich zum Start in der Tourist-Info das Quiz mitgenommen oder es unter milchpfad-usseln.de heruntergeladen hat, kann es dort abgeben. Derzeit ist das Museum wegen der Pandemie geschlossen, erklärte Karin Artzt-Steinbrink, Geschäftsführerin der Upländer Bauernmolkerei:. Aber den „erfrischenden Preis“ gibt es auch im Molkereiladen. Rund 3,5 Stunden können Familien einplanen, festes Schuhwerk wird empfohlen: Weite Teile sind asphaltiert, kurze Wegstücke erfordern einen geländefähigen Kinderwagen.

Das Thema des Weges sei wegen der Upländer Bauernmolkerei klar gewesen, sagte Michael Behle. Der Weg ersetze mit minimalen Eingriffen in die Natur einen alten Pfad ohne Stationen. Wissenswertes, Spiele und Natur seien verbunden wie an einer Perlenschnur, lobte Friedrich Wilke, Ortsvorsteher und Vorsitzender der „Usseln Touristik“. Eine App das Angebot noch ergänzen. „Usseln tut gut, Milch tut gut – und der Milchpfad tut auch gut.“

Viele Unterstützer für Milchpfad in Usseln

Der Milchpfad biete die Möglichkeit, den „Spielplatz Land“ darzustellen, freute sich Bürgermeister Thomas Trachte – das mithilfe von Tourist-Info, Verwaltung und dem Naturpark-Geschäftsführer Dieter Pollack realisierte Projekt den Betrieben ein weiteres Argument im Wettbewerb. Und auch für die Einheimischen sei er interessant.

Auf dem Milchpfad sind schon viele Gäste unterwegs, darüber freuen sich: (von links) Martin Vollbracht, Friedrich Wilke, Michael Behle, Thomas Trachte und Karin Artzt-Steinbrink.

Auch wenn „liebevoll entwickelte Details“ genauso wichtig seien: Das Projekt zeige die Bedeutung der Förderung aus dem EU-Programm Leader: Rund 60 000 Euro wurden investiert, rund 30 000 Euro gab es als Förderung. Außerordentlich sei das Engagement privater Sponsoren: Pön- und Stolberg-Hütte, Horizont, die Werbegemeinschaft „Freizeitwelt Willingen“, „Usseln Touristik“, „Aktives Willingen“ und die Upländer Bauernmolkerei beteiligten sich.

In einer Region mit 867 Rinderhaltern mit 59 500 Tieren leiste der Milchpfad einen Beitrag, Verständnis für die Arbeit der Landwirte zu schaffen, erklärte Martin Vollbracht – und dafür, dass sie faire Preise brauchen. Darüber machten sich immer mehr Menschen Gedanken, bestätigte Karin Artzt-Steinbrink mit Verweis auf die Aktion „Du bist hier der Chef!“, bei der 10 000 Verbraucher Herstellungskriterien und Preis einer Packung Milch bestimmten – im Verkauf sei das ein voller Erfolg.Von Wilhelm Figge

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