So klingt die Region: WLZ-Serie "Musiker im Porträt"

Mit Gitarre in die Selbstständigkeit: Bill Sauer

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Stets mit Gitarre auf der Bühne: Musiker Bill Sauer aus Höringhausen spielt englische und spanische Coversongs für seine Zuhörer. 

Ob Rock, Pop, Soul oder Heavy Metal: Zahlreiche Solokünstler und Bands aus dem Waldecker Land sorgen für handgemachten Sound. In einer Serie stellen wir Musiker vor. Heute: Bill Sauer aus Höringhausen.

Sein Plan für den Sommer war es eigentlich, für zwei bis drei Monate nach Mallorca zu gehen, um in Hotels zu spielen. Das ist jetzt auf Eis gelegt, sagt Bill Sauer. „Ich wollte mal wieder raus.“ Doch das Coronavirus hat ihm einen Strich durch die Rechnung gemacht. Sorgen macht sich der selbstständige Musiker dennoch nicht. „Es geht ja allen so“, sagt er. Und er weiß: „Es geht weiter.“ Vielleicht für ihn dann auch mal wieder auf Mallorca. Die Insel ist seine zweite Heimat.

Der gebürtige Metzgers-Sohn hat seine Liebe zur Musik mit etwa 13 Jahren entdeckt. In der Pausenhalle der Alten Landesschule lernte er das Gitarrespielen. „Dort war immer jemand, der einem was beibringen konnte.“ Sauer spielte in Bands und mit 18 kam erstmals der Gedanke: Raus aus der Schule, rein ins Leben, am besten im Süden von der Musik leben. In den 80ern begann er jedoch erst mal ein Lehramtsstudium in Kassel – unter anderem Musik – spielte dort in einigen Bands und konnte davon auch ganz gut leben, erzählt er. „Da hatte ich aber noch immer nicht meinen Traum vom Süden verwirklicht.“ Er machte eine Ausbildung als Übersetzer für Englisch und Spanisch und bekam nach der Ausbildung sofort einen Job – auf Mallorca.

Auf Mallorca ganz von vorn angefangen

Der Höringhäuser nahm an, kündigte seine Wohnung, packte seine Koffer und ein paar Gitarren ein und war zwei Wochen später auf der Insel. Den Bürojob, den er dort hatte, machte er genau drei Tage, sagt Sauer und lacht. „Dann musste ich völlig neu anfangen. In Deutschland hatte ich ja alles aufgegeben.“ Schließlich arbeitete er morgens als Sprachlehrer an einer privaten Schule und machte abends Musik in Bands in Hotels und Restaurants. „Die ersten Jahre waren knallhart“, erinnert er sich. Doch Sauer erspielte sich einen guten Ruf, hatte teils feste Engagements.

2009 wurde der Musiker Vater, seine peruanische Frau hatte er auf Mallorca kennengelernt. Dann kam die Finanzkrise. Die Schule, in der er unterrichtete, ging pleite. „Das Geld fehlte, aber plötzlich hatten wir ein Kind.“ Nach zwölf Jahren auf der Insel ging es deshalb zurück nach Deutschland. Und während seine Frau eine Ausbildung zur Erzieherin machte, versuchte sich Bill Sauer als selbstständiger Musiker. „Mit jedem Jahr ging es etwas besser.“ Vor allem die Mundpropaganda habe für Auftritte gesorgt, in Norddeutschland ebenso wie in Köln.

Englische und spanische Lieder im Repertoire

Dabei spielte er eine Zeit lang eigene Lieder, nahm sogar Platten auf, die er bei seinen Gigs verkaufte. Doch die Zuhörer würden oft Coversongs hören wollen. Englische und spanische Lieder gehören zu seinem Repertoire, bis zu sechs Stunden am Stück kann er spielen.

Ältere Songs gehören ebenso dazu wie aktuelle, Rock ebenso wie Pop. Immer wieder fliege etwas raus, Neues komme hinzu. „Das ist ja das Schöne an der Musik: Es gibt einen ständigen Wandel.“ Nur: Deutsche Musik liege ihm nicht.

Auch wenn Corona es schwer macht – Sauer bleibt der Musik treu. Der Mittfünfziger hat auch keine Wahl: „Ich habe es versucht, aber ich kann einfach kein bürgerliches Leben führen.“

Kontakt und ein Online-Konzert

Infos und Kontaktmöglichkeiten gibt’s auf seiner Internetseite und bei Facebook. Über diese Facebookseite ist er am 1. Mai auch bei einem Online-Konzert von 18.05 bis 18.35 Uhr zu hören. 

Zudem gibt es einige weitere Videos von ihm auf YouTube

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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