Ufer des Edersees: Natur wird bewusst zerstört

Immer wieder Vandalismus im Naturparadies am Edersee

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Ärgern sich über den Vandalismus am Edersee-Ufer: Sabine Grünwald und Frank Euler.

Riesige Stücke der Baumrinde: abgeschnitten. Berge von Müll: im Wald abgelegt. Illegale Feuerstellen: überall verteilt. Frank Euler und seine Lebensgefährtin Sabine Grünwald ärgern sich über Vandalismus in Asel-Süd.

Jahrelang haben sie immer wieder aufgeräumt, doch jetzt reicht es ihnen.

Regelmäßig räumen sie säckeweise Müll weg, wenn mal wieder gegrillt, gefeiert und gecampt wurde am Ufer des Sees nahe ihrem Haus. Zerbrochene Glasflaschen, ausrangierte Grills, zahlreiche Taschentücher in einem offenbar als Toilette benutzten Bereich, Gasflaschen, Böller, Messer: „Von Windeln bis hin zu kaputten Klappstühlen haben wir schon fast alles gefunden“, sagt Sabine Grünwald.

Auch gebe es mittlerweile etwa neun illegale Feuerstellen am Uferbereich, oftmals unter Bäumen angelegt, die bereits seit Jahren unter Trockenheit leiden. Das bedroht nicht nur die Umwelt. Würden die Bäume Feuer fangen, wäre auch ihr Zuhause bedroht. „Das ist besorgniserregend.“ Dem Waldpädagogen und der Umwelt- und Naturtrainerin liegen Tiere und Pflanzen besonders am Herzen, deshalb ärgert es sie, dass immer wieder große Stücke von Baumrinden herausgeschnitten und riesige Äste abgebrochen und verbrannt werden. Immer mal wieder haben sie Personen direkt angesprochen, doch dann gebe es als Retour höchstens einen dummen Spruch, sagt das Paar.

Naturparadies am Edersee wird zugemüllt

Sabine Gründwald und Frank Euler sammeln regelmäßig den Müll anderer Leute im Naturparadies am See ein. © Julia Janzen
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Säckeweise Müll sammeln Sabine Grünwald und Frank Euler regelmäßig am Ufer in Asel-Süd auf. Immer wieder stoßen sie auch auf illegale Feuerstellen. © Frank Euler
Sabine Gründwald und Frank Euler sammeln regelmäßig den Müll anderer Leute im Naturparadies am See ein. © Julia Janzen
Sabine Gründwald und Frank Euler sammeln regelmäßig den Müll anderer Leute im Naturparadies am See ein. © Julia Janzen

Asels Ortsvorsteher Thomas Ruch findet die Situation vor Ort „untragbar“, der Vandalismus in dem Gebiet in der Nähe des Nationalparks habe schon eine Dimension. Allerdings höre er zum ersten Mal davon. Es sei lobenswert, dass Euler und Grünwald dort aufräumen, doch er rät dazu, sich bei ihm oder der Polizei zu melden, wenn dort Feiern oder ähnliches im Gange sind.

Polizei: Nicht zuständig bei Vermüllung

In solchen Situationen fahre er, meist mit einem weiteren Mitglied des Ortsbeirats, hin und spreche die Menschen direkt an. Er weise dann darauf hin, dass er Ortsvorsteher und zudem hauptberuflich Polizist sei, so Ruch. Generell könne man auch die Frankenberger Polizei bitten, regelmäßig in dem Gebiet Streife zu fahren. Auch Schilder, dass illegales Campen und offenes Feuer verboten seien, wären eine Möglichkeit, schlägt der Ortsvorsteher vor.

Die Polizei haben Frank Euler und Sabine Grünwald in den vergangenen Jahren immer mal wieder gerufen. Doch nicht immer seien die Beamten gekommen, sagen sie. Polizeisprecher Dirk Richter sagt, dass die Polizei kommt, wenn es beispielsweise um Ruhestörungen oder Sachbeschädigungen gehe, nicht aber bei Verunreinigungen. „Es sei denn, es handelt sich um umweltgefährdende Stoffe wie Altöl oder Asbest.“

Die Polizei versuche immer zu helfen, betont Richter, doch manches Mal gebe es auch sehr viele Anrufe, dann könne nicht immer alles sofort passieren.

"Leute wollen nicht auf Müllkippe herumlaufen"

Das Areal entlang des Ufers hat verschiedene Eigentümer. Unter anderem auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Hann. Münden und Hessen-Forst. Auf Nachfrage sagt Martin Klein, Leiter der Forstämter in Vöhl und Diemelstadt, dass die Situation bislang nicht bekannt gewesen sei. Er hat Bedenken vor allem wegen der illegalen Feuer und der Waldbrandgefahr. Dass das Problem so extrem sei, habe er nicht gewusst, sagt Jörg Böhner, Leiter des Außenbezirks Edertal beim Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Weser. Mutwillige Zerstörung entlang des Edersee-Ufers sei leider immer wieder mal ein Problem. Er will sich das Gebiet anschauen, Anzeige erstatten und die Wasserschutzpolizei ansprechen. Ansonsten appelliere er an die Vernunft derer, die sich dort aufhalten, ihren Müll wieder mitzunehmen.

Frank Euler und Sabine Grünwald haben sich fest vorgenommen, zunächst nicht mehr aufzuräumen. „Uns reicht’s“, sagen sie. Doch sie wollten auf den Vandalismus in dem Urlaubsgebiet aufmerksam machen und hoffen nun, dass alle Betroffenen und Beteiligten zusammenarbeiten, um das Problem in den Griff zu bekommen. Unter anderem hoffen sie auf häufigere Kontrollen auch durch die Polizei, zudem sollen alle Edersee-Fans sensibilisiert seien. „Die Leute wollen doch wiederkommen – und dann sicher nicht auf einer Müllkippe herumlaufen“, sagt Frank Euler.

Quelle: Waldeckische Landeszeitung

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