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Adorfer „Lisa-Bergmann-Haus“ bietet bis zu 48 Senioren ein neues Zuhause

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Am gespendeten Baum des Adorfer DRK-Ortsvereins vor dem neuen Seniorenheim - von links: Diako-Geschäftsführer Stefan Kiefer, Doris Beumann, Heike Lahme, Sandra Zölzer, Heimleiterin Gabi Walther und Geschäftsführer Pfarrer Oswald Beuthert.
Am gespendeten Baum des Adorfer DRK-Ortsvereins vor dem neuen Seniorenheim - von links: Diako-Geschäftsführer Stefan Kiefer, Doris Beumann, Heike Lahme, Sandra Zölzer, Heimleiterin Gabi Walther und Geschäftsführer Pfarrer Oswald Beuthert. © Karl Schilling

Im neuen Adorfer Altenpflegeheim „Lisa-Bergmann-Haus“ der  Gesellschaft Diako Waldeck-Frankenberg sind die ersten 24 Senioren eingezogen - insgesamt gibt es 48 Plätze. Ein Besuch.

Diemelsee-Adorf – Mittagszeit im „Lisa-Bergmann-Haus“ – gut gelaunt lassen sich die Senioren im rund 120 Quadratmeter großen Gemeinschaftsraum Schnitzel mit Kaisergemüse und Kartoffelspalten schmecken. Routiniert geben Mitarbeiterinnen die Teller aus, ein eingespieltes Team wirkt zusammen – obwohl es erst wenige Wochen besteht: Seit etwa einem Monat ist die untere Etage des neuen Altenpflegeheims belegt – der „Wohnbereich Diemelsteig“ ist für 24 Männer und Frauen ihr neues Zuhause geworden.

Spender eingeladen

Verschiedene Vereine und Privatleute haben in den vergangenen Monaten Bäume und Gartenmöbel für die Grünflächen hinterm Haus gestiftet. Die Spender waren am Donnerstag eingeladen, sich das Haus bei einem Rundgang anzuschauen.

Mit dabei waren die Nachbarin Doris Beumann sowie die Vorsitzende des Adorfer DRK, Sandra Zölzer, und die Kassiererin Heike Lahme – ihr Ortsverein hat zu seinem 125-jährigen Bestehen einen Kirschbaum setzen lassen, ein Gedenkstein erinnert daran. Auch Bänke mit einem Sonnensegel werden demnächst noch aufgestellt.

Die Spender hätten einen wertvollen Beitrag dazu geleistet, dass das Haus gleich vom ersten Tag an ein beliebter Treffpunkt für die Bewohner und die Adorfer geworden sei, erklärte der Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft Diako Waldeck-Frankenberg, Stefan Kiefer. Weil die meisten Spender keine Kontaktdaten angegeben hätten, könne sich Diako nicht bei allen persönlich bedanken, sagte der Sprecher der Geschäftsführung, Pfarrer Oswald Beuthert – er ist zudem Vorsteher des Waldeckschen Diakonissenhauses Sophienheim, dessen Stiftung die Bauherrin ist. Die Diako betreibt das Heim.

Gabi Walther leitet das neue Heim

Die erfahrene Einrichtungsleiterin Gabi Walther führte durch den Neubau – sie ist seit Jahren auch für das Alten- und Pflegeheim Landeshospital im benachbarten Flechtdorf zuständig.

48 Einzelzimmer mit eigenem Bad

Jedes der 48 Einzelzimmer ist 14 Quadratmeter groß, hinzu kommen ein Vorflur und das Bad, bei dem viel auf logistische Aspekte wie Reinigung und effektive Pflege geachtet worden sei, berichtete Kiefer. Die Zimmer sind voll möbliert, Bewohner können sich darüber hinaus auch individuell einrichten. Ein leistungsfähiges W-LAN-Netz gehört ebenfalls zum Standard.

Das Mittagessen wird in Flechtdorf frisch gekocht und in Adorf vom Team auf die Teller gebracht. Die beiden Gemeinschaftsräume haben eine eigene Küchenzeile.

Im großen Gemeinschaftsraum des Adorfer „Lisa-Bergmann-Hauses“: Die Senioren lassen sich ihr Mittagessen schmecken, das in Flechtdorf zubereitet wurde.
Im großen Gemeinschaftsraum: Die Senioren lassen sich ihr Mittagessen schmecken, das in Flechtdorf zubereitet wurde. © Karl Schilling

Senioren können mitkochen

Alle anderen Mahlzeiten vom Frühstück übers Kaffeetrinken bis zum Abendessen werden – auch nach Wünschen der Bewohner – im Heim frisch zubereitet. Die Senioren sind eingeladen, sich an den Arbeiten zu beteiligen – die Hauswirtschafterinnen haben schon so manchen Kochtipp von erfahrenen Seniorinnen erhalten.

Außerdem haben die Bewohner einen wahren Grillmeister in ihren Reihen, der gern das neue Gerät auf der Terrasse anschmeißt.

„Die Stimmung ist gut“

Die Bewohner können zusammen etwas unternehmen, nur anderen zuschauen oder sich in ihr Zimmer zurückziehen. Im Heim ist schon Alltag eingekehrt. Donnerstags gibt es Andachten im Gemeinschaftsraum, Verwandte und Bekannte kommen vorbei, auch Vereine und Kindergärten sind willkommen.

„Die Stimmung ist gut“, stellte die Diako-Mitarbeiterin Bettina Bohlken fest. Auch das derzeit 24 Mitarbeiter umfassende Team habe sich schnell zusammengefunden: „Das ist eine tolle Gemeinschaft geworden.“

Die Leitung der Hauswirtschaft und der Haustechniker sitzen in Flechtdorf. Dort hat Diako im Vorfeld auch die beiden Wohnbereichsleiterinnen für jede Etage trainiert. Die anderen Mitarbeiterinnen wurden neu eingestellt, sie stammen überwiegend aus Diemelsee und dem benachbarten Westfalen.

Ausgebildetes Pflegepersonal gesucht

Die Diako sucht derzeit noch ausgebildetes Pflegepersonal – auch in Teilzeit. Pro Etage müssen sieben Vollzeitstellen besetzt sein – weil noch nicht alle Fachleute gefunden sind, steht die obere Etage des „Wohnbereichs Diemelsee“ mit 24 Zimmern noch leer. Hinzu kommen die Hauswirtschafterinnen.

Qualität, Nachhaltigkeit und Preisstabilität

Ins neue Adorfer Heim sei die Erfahrung aus allen Diako-Häusern eingeflossen, sagt Pfarrer Oswald Beuthert. Die Ideen seien „toll umgesetzt“ worden. „Wir wollten eine sehr gute Qualität, Nachhaltigkeit und Preisstabilität.“

Nach der Prüfung verschiedener Varianten sei ein „hybrides Haus“ gebaut worden: Tragende Wände und Decken und für den Brandschutz wichtige Bauelemente entstanden aus Beton, der Rest in Ständerbauweise aus Holz. Vorteil dieser Konstruktion: Bei Bedarf kann problemlos ein weiteres Stockwerk aufs Haus gesetzt werden.

Auf dem Balkon im ersten Stock des Adorfer „Lisa-Bergmann-Hauses“: Bequeme Möbel laden zum Verweilen ein. Links Heimleiterin Gabi Walther.
Auf dem Balkon im ersten Stock: Bequeme Möbel laden zum Verweilen ein. Markisen lassen sich als Sonnenschutz ausfahren. Links Heimleiterin Gabi Walther. © Karl Schilling

Meist seien heimische Firmen zum Zuge gekommen, erklärt Stefan Kiefer. Er lobt die „sehr konstruktive Zusammenarbeit“ mit der Heimaufsicht im Kasseler Regierungspräsidium, die manch gute Empfehlung gegeben habe. Außerdem waren Praktiker wie die Heimleiterin Gabi Walther in die Planung mit einbezogen. Sie haben auf viele Details geachtet. So dominiert etwa auf den Linoleum-Böden im Untergeschoss die Farbe Grün, oben Rot, das solle den Bewohnern bei der Orientierung helfen, erklärte Kiefer.

Rund acht Millionen Euro investiert

Froh sind die beiden Geschäftsführer, dass auch der geplante Kostenrahmen eingehalten wurde – rund 6,2 Millionen Euro hat der reine Bau gekostet, alles zusammengerechnet, kommt eine Investition von rund acht Millionen Euro zusammen.

Offiziell eröffnet wird das neue Pflegeheim am Donnerstag, 23. Juni.

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