Ärger wegen Kfz-Steuer: Rentner musste eigens nach Marburg fahren

Noch immer läuft nicht alles rund: Seit der Übernahme der Kfz-Steuer-Verwaltung durch den Zoll kann sich die Beantragung einer Kfz-Steuerermäßigung ziemlich aufwendig gestalten. Foto:  dpa

Frankenberg. Weil Georg Kneipp nicht gut zu Fuß ist, kaufte er sich ein Auto. Wie aufwendig sich dann die Beantragung der Kfz-Steuerermäßigung gestalten würde, ahnte er da noch nicht.

Obwohl der 75-Jährige aus Frankenberg den Antrag bereits bei der Anmeldung des Fahrzeugs in der Zulassungsstelle Frankenberg gestellt hatte, musste der Rentner den Weg zum Zollamt nach Marburg auf sich nehmen. Dort sollte er die für die Vergünstigung nötigen Papiere erneut vorlegen. Dies berichtete Sabine Kneipp, die Tochter des 75-Jährigen, der HNA.

Weil Georg Kneipp seit Jahren an Arthrose im gesamten Körper leidet, ein künstliches Kniegelenk sowie eine künstliche Hüfte hat, wurde ihm von den Ärzten ein Grad der Behinderung von 90 attestiert. Um trotz Erkrankung mobil zu bleiben, kaufte er sich ein Fahrzeug und meldete es im August bei der Zulassungsstelle in Frankenberg an.

Dabei wollte Kneipp die Kfz-Steuervergünstigung in Anspruch nehmen, die von Gesetzes wegen bei einer Schwerbehinderung gewährt wird. Hierfür müsse im Fahrzeugschein ein Vermerk (Stempel) angebracht werden, dass eine Steuerermäßigung erfolgt sei, erklärt Michael Bender, Pressesprecher des Hauptzollamts in Gießen: „Der Stempel kann von den Zulassungsstellen bereits bei der Neuanmeldung des Autos angebracht werden, wenn der Halter dies dort beantragt und Originalunterlagen vorlegt. Ansonsten müssen die Papiere beim Zoll vorgelegt werden. Seit April 2014 verwaltet dieser die Kfz-Steuer.“ (fis)

Wieso Georg Kneipp dennoch extra nach Marburg fahren musste und was der Pressesprecher des Hauptzollamts Gießen dazu sagt, lesen Sie in der gedruckten Samstagsausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

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