Bäume nur vor Laubhecken

Ärger um Weihnachtsbaum-Kultur: Anpflanzen nur unter bestimmten Bedingungen

+
Problem beim Anlegen einer Weihnachtsbaumkultur: Heinrich Finger aus Hommershausen soll den Rand dieses Grundstücks mit Laubgehölz bepflanzen. Die Hecke würde ein Zehntel der Fläche beanspruchen.

Hommershausen. Der Hommershäuser Heinrich Finger ist sauer, weil er Weihnachtsbäume nur dann anpflanzen darf, wenn er eine Laubhecke davor setzt.

Wenn er an Weihnachtsbäume denkt, ist dem Hommerhäuser Heinrich Finger alles andere als weihnachtlich zumute. Der 78-Jährige ärgert sich über die Auflagen, die in Hessen bei der Anpflanzung von Weihnachtsbaumkulturen gelten.

Seit 1972 betrieb Finger unweit des Dorfes auf einer etwa Fußballfeld großen Fläche direkt am Waldrand eine Weihnachtsbaum-Plantage. Vor allem die Blautannen waren früher sehr begeehrt. Wegen der beschwerlichen Pflegearbeiten hat er die Plantage aufgegeben und im vergangenen Jahr die letzten Bäumchen gefällt.

Nun hat sich ein Interessent gefunden, der das Grundstück kaufen und dort wieder eine Weihnachtsbaumkultur anlegen will. Deshalb hat Finger einen entsprechenden Antrag auf Genehmigung der Wiederaufpflanzung der Fläche gestellt. Der Landkreis Waldeck-Frankenberg stimmte zwar zu, aber nur unter der Auflage, dass an der südwestlichen und östlichen Grundstücksgrenze ein jeweils fünf Meter breiter Streifen mit Laubhölzern zur Entwicklung eines Waldsaumes bepflanzt wird. Straucharten wie Hasel, Holunder und Heckenkirsche sollen es sein.

Heinrich Finger ist entsetzt: „Da müsste ich 120 Meter Hecke pflanzen, das wäre ein Zehntel der gesamten Grundstücksfläche und würde 1000 Euro kosten.“ Der Interessent werde unten diesen Bedingungen die Fläche nicht kaufen. „Durch die Auflagen werde ich faktisch enteignet“, schimpft Finger.

Doch der Landkreis sieht keine Aussicht auf eine Ausnahmegenehmigung, wie er auf HNA-Anfrage deutlich macht: „Eine Weihnachtsbaumkultur stellt grundsätzlich einen Eingriff in Natur und Landschaft dar. Wenn das Landschaftsbild dadurch in gewissem Umfang beeinträchtigt wird, ist es gesetzlich erforderlich, zur freien Landschaft hin eine landschaftsgerechte Einbindung der Nadelgehölze zu gewährleisten“, erläutert Pressesprecherin Ann-Katrin Heimbuchner. Nur so könnten laut Bundesnaturschutzgesetz Beeinträchtigungen von Natur und Landschaft vermieden oder minimiert werden.

Den Hommershäuser überzeugt das nicht, zumal nur wenige Kilometer weiter westlich, im angrenzenden Nordrhein-Westfalen, Weihnachtsbaumkulturen nicht an solch strenge Regelungen geknüpft seien, sagt er. Auch dort seien, wie in Hessen, die Grünen an der Landesregierung beteiligt. „Offensichtlich gibt es in Hessen die grünsten Grünen“, wettert Finger gegen die Politik.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.