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Agentur meldet für April erneut weniger Arbeitslose in Waldeck-Frankenberg

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Agentur für Arbeit
Die Korbacher Agentur für Arbeit meldet für April erneut weniger Arbeitslose in Waldeck-Frankenberg © Jens Kalaene

In Waldeck-Frankenberg waren im April 2882 Menschen arbeitslos gemeldet, das sind 67 oder 2,3 Prozent weniger als im März und 658 oder 18,6 Prozent weniger als vor einem Jahr. Die Arbeitslosenquote sinkt um 0,1 Punkte auf 3,3 Prozent – im Vorjahr lag sie bei 4 Prozent.

Waldeck-Frankenberg – Der Arbeitsmarkt habe sich „sehr erfreulich“ entwickelt und sei „unglaublich gut aufgestellt“, sagte der Leiter der Korbacher Agentur für Arbeit, Uwe Kemper, am Dienstag bei der Vorstellung der Zahlen. Betriebe hätten offenbar gelernt, mit der Corona-Pandemie umzugehen, außerdem kämen ihnen die Lockerungen der Corona-Regeln sicher zugute. Sie hätten aber auch andere Ereignisse wie Schwierigkeiten in Lieferketten aufgefangen. „Bislang konnten auch die Auswirkungen des Krieges in der Ukraine die Frühjahrsbelebung nicht stoppen.“

Das gelte auch für den gesamten Bezirk der Agentur, zu dem die Kreise Waldeck-Frankenberg und Schwalm-Eder gehören. Dort waren im April 6325 Arbeitslose gemeldet, 141 oder 2,2 Prozent weniger als im März. Die Quote sinkt von 3,5 auf 3,4 Prozent. Seit dem April 2021 habe sich die Arbeitslosenzahl um 1283 oder 16,9 Prozent reduziert, sagte Kemper – damals lag die Quote bei 4,1 Prozent.

Lage in den drei Geschäftsstellen:

Blick auf die Lage der drei Geschäftsstellen im Kreis:

Weniger Kurzarbeit

Positiv bewertet Kemper auch, dass bis zum 27. April nur 25 Betriebe im Agenturbezirk neu Kurzarbeit angezeigt hätten, die bis zu 216 Beschäftigte betreffen kann. Im Corona-April 2020 seien es noch 391 Betriebe mit mehr als 17 000 Beschäftigten gewesen. Aus Waldeck-Frankenberg seien zehn neue Anzeigen für maximal 106 Beschäftigte eingegangen. Offenbar werde die Corona-bedingte Kurzarbeit weiter heruntergefahren – welche Auswirkungen der Krieg noch habe, bleibe abzuwarten.

Nach den Hochrechnungen zur tatsächlichen Kurzarbeit bis November waren in Waldeck-Frankenberg 1230 Beschäftigte in 115 Betrieben betroffen, im Oktober waren es 938 Mitarnbeiter in 109 Unternehmen.

Auf Agenturebene gibt es Hochrechnungen bis Dezember, danach haben 1918 Beschäftigte in 288 Unternehmen kurzgearbeitet, im November waren es 1771 Beschäftigte in 231 Betrieben.

Vorkrisen-Niveau erreicht

Der Bestand an Arbeitslosen im Kreis liege mit 2882 im April um 100 Betroffene unter dem im April 2018. Damals habe sich der Arbeitsmarkt auf einem Höhepunkt befunden: Die Flüchtlinge waren weitgehend eingegliedert, die Diskussionen über Klimawandel und Elektro-Mobilität kamen erst auf, Corona war noch kein Thema.
Bei der Arbeitslosenversicherung sei der geringste Wert der vorigen sechs Jahre erreicht: 2897 Arbeitslose waren registriert, 117 weniger als im März. Auch in der Grundsicherung werde das Niveau vom April 2018 „deutlich unterschritten“: Da habe sich die Zahl der Arbeitslosen um 24 auf 3428 reduziert.

Alle Gruppen profitieren

Alle Gruppen hätten von der leichten Erholung auf dem Arbeitsmarkt profitieren, gerade Jüngere unter 25 Jahren, bei denen es 8,3 Prozent weniger Arbeitslose gebe, bei Männern lag das Minus bei 3,6 Prozent, bei Älteren ab 50 Jahren bei Minus 3,3 Prozent.

Im Bezirk waren insgesamt 1773 Langzeitarbeitslose gemeldet, 23 weniger als im März und 408 weniger als vor einem Jahr. „Im Jahresvergleich sehen wir erfreulicherweise einen deutlich größeren Rückgang als in den vergangenen Monaten“, sagte Kemper. „Dennoch sind wir von den Werten vor der Pandemie noch weit entfernt: 2019 hatten wir im Jahresdurchschnitt 1423 Langzeitarbeitslose.“

Mehr offene Stellen

Betriebe suchen weiter nach neuen Mitarbeitern: Der Stellenbestand im Kreis hat sich im April um 55 auf 2148 erhöht – im Jahresvergleich liegt der Zuwachs sogar bei 634 Stellen. Im Agenturbezirk stieg der Bestand um 98 auf 3961 unbesetzte Stellen – das sind 1126 oder 39,7 Prozent mehr als 2021.

Handel und Tourismus hätten nach der Pandemie 76 Prozent mehr Stellen gemeldet, berichtet Kemper. Die meisten Jobs seien weiter in der Zeitarbeit zu vergeben, aber auch Unternehmen im Gesundheits- und Sozialwesen, des verarbeitenden Gewerbes, Handel, Gastronomie, Logistik-Firmen suchten im großen Stil neue Mitarbeiter. Der Bedarf in Betrieben und ein gewisser Optimismus seien also derzeit da. Allerdings fehlen auch wegen des Bevölkerungswandels Bewerber.

Mehr Ausbildungsplätze gemeldet

Einen starken Zuwachs gebe es bei den Ausbildungsplätzen: Für den Herbst hätten Betriebe 340 Stellen mehr als vor einem Jahr gemeldet, ein Plus von 17 Prozent. Inzwischen meldeten sich auch Firmen, die früher genügend Bewerber hatten. Deren Zahl geht zurück: Derzeit stünden 1275 Bewerbern 2340 Ausbildungsplätze gegenüber.

Kemper hofft, bei den wieder möglichen Präsenzangeboten wie den Berufsmessen noch Jugendliche für eine duale Ausbildung gewinnen zu können. So soll es am 7. Juli wieder einen „Jobday“ in Korbach geben.

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