Gartenhütte angezündet

Junger Mann gesteht Brandstiftung - Hat er im Wahn gehandelt?

Eine Ausgabe des Strafrechts liegt am 09.12.2014 im Gerichtssaal des Landgerichts in Frankfurt am Main (Hessen) auf dem Platz der Staatsanwaltschaft. Foto: Arne Dedert/dpa (zu dpa „Oberlandesgericht berichtet über wichtige Verfahren“ vom 08.03.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Foto: Arne Dedert
+
Eine Ausgabe des Strafrechts - Basis für Gerichtsverhandlungen.

Vor dem Marburger Landgericht hat ein 23-Jähriger aus dem Frankenberger Land gestanden, im Februar eine Gartenhütte angezündet zu haben. Handelte er im Wahn?

Frankenberger Land – Weil die Staatsanwaltschaft von Wahnvorstellungen ausgeht, droht ihm die unbefristete Einweisung in die Psychiatrie. Vorläufig untergebracht ist er dort bereits.

Laut Anklage ist der Mann am Abend des 2. Februar dieses Jahres mit einem halbvollen Benzinkanister, den seine Mutter für den Rasenmäher im Haus hatte, zum nahen Grundstück seiner Tante und seines Onkels gegangen. Dort habe er in einer Gartenhütte lagerndes Holz übergossen und mit dem Feuerzeug angezündet. Der Brand sei dann auch auf eine Hütte auf dem Nachbargrundstück übergesprungen. Der Sachschaden beträgt fast 24 000 Euro. Staatsanwältin Kathrin Ortmüller geht von Schuldunfähigkeit aus. Während einer Psychose habe der 23-Jährige unter Wahnvorstellungen gelitten..

Entdeckt wurde das Feuer von einem 14-jährigen Nachbarsjungen. „Ich habe mit meinen Eltern ferngesehen, an der Decke war da plötzlich so ein orangenes Flackern.“ Die Hütte habe schon lichterloh gebrannt. Seine Eltern informierten sofort die Feuerwehr und die betroffenen Nachbarn. Eine Vielzahl von Menschen versuchte nach Zeugenaussagen den Brand einzudämmen, bevor die Wehr endgültig löschte. „Der Funkenflug war extrem, es hätte viel schlimmer ausgehen können“, sagte der Onkel des Beschuldigten.

Ihr Sohn habe seine Abwesenheit mit Zigarettenholen begründet, sagte die Mutter. Als kurz darauf die Polizei eintraf, habe sie aber seine Schuhe gefunden und die hätten extrem nach Benzin gerochen. Auf den 23-Jährigen gekommen, so ein Beamter, sei man wegen eines merkwürdigen Falles ein paar Tage zuvor. Da habe der selbst ganz in der Nähe einen Brand gemeldet. Da waren es aber nur Kleidungsstücke mit dem Firmenlogo des Betriebs in dem der 23-Jährige damals arbeitete.

„Ich habe die Holzhütte in Brand gesteckt“, gestand der 23-Jährige. Bis Oktober vergangenen Jahres habe er mehrere Jahre lang große Mengen Cannabis konsumiert. Nachdem er aufgehört habe, hätten Angstzustände angefangen. „Es war wie ein Kurzschluss“, sagte er zu der Tat, „ich dachte, ich müsste mich rächen“.

Bereits seit der Jugend habe der Beschuldigte sich negativ verändert, berichteten die Verwandten. Zuletzt sei aber der Wahn hinzugekommen, verfolgt zu werden. Inzwischen, so sagt er selber, gehe es ihm gut, nachdem er medikamentös eingestellt ist. Die Verhandlung wird am 8. September fortgesetzt. (Heiko Krause)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.