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Allendorf bereitet sich auf die Ankunft von 116 Flüchtlingen vor

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Von: Thomas Hoffmeister

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Am Mittwoch wurden 116 Menschen in der neuen Sammelunterkunft in der Allendorfer Mehrzweckhalle erwartet. unterbracht werden. Dafür hatten die Gemeinde Allendorf mit Bürgermeister Claus Junghenn (2. von rechts), Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese (rechts) und Bernd Berghöfer vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises die Voraussetzungen geschaffen.
Auch Landrat Jürgen van der Horst (2. von links) informierte sich  vor Ort. Das Bild entstand vor Sanitär-Containern.  
Am Mittwoch wurden 116 Menschen in der neuen Sammelunterkunft in der Allendorfer Mehrzweckhalle erwartet. unterbracht werden. Dafür hatten die Gemeinde Allendorf mit Bürgermeister Claus Junghenn (2. von rechts), Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese (rechts) und Bernd Berghöfer vom Amt für Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises die Voraussetzungen geschaffen. Auch Landrat Jürgen van der Horst (2. von links) informierte sich vor Ort. Das Bild entstand vor Sanitär-Containern.   © Thomas Hoffmeister

Bevor die ersten Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine eintrafen, durfte sich unsere Zeitung am frühen Mittwochmorgen in der zur Gemeinschaftsunterkunft umgebauten Allendorfer Mehrzweckhalle umschauen.

Allendorf/Eder - 116 Personen – vorwiegend Frauen mit Kindern – wurden am Mittwochnachmittag in der Industriegemeinde erwartet. Die ehemalige Tennishalle kann bis zu 300 Kriegsflüchtlinge aufnehmen. Dafür wurden mit Bauzäunen und Folien „Abteile“ für bis zu sieben Personen hergerichtet, damit die Flüchtlinge aus der Ukraine wenigstens ein bisschen Privatsphäre haben.

Vor der Halle wurde ein großes, beheiztes Zelt aufgebaut, in dem sich die Flüchtlinge aufhalten können und auch mit Essen versorgt werden. Hinter der Mehrweckhalle wurden Container mit Duschen, Toiletten und Waschmaschinen aufgestellt.

Landrat dankt für Unterstützung

Bei seinem Besuch in Allendorf bedankte sich Landrat Jürgen van der Horst beim Allendorfer Bürgermeister Claus Junghenn sowie dem für die Flüchtlingsunterkunft federführenden DRK-Kreisverband für die „tolle Unterstützung“. Neben dem Allendorfer Bauhof habe auch die Feuerwehr der Gemeinde mit bis zu 20 Einsatzkräften beim Aufbau und Herrichten der Mehrzweckhalle geholfen, berichte Bauhofleiter und Gemeindebrandinspektor Horst Huhn.

Im Allendorfer Bürgerhaus werden Mitarbeiter der Kreisverwaltung die Flüchtlinge begrüßen und registrieren. „Sie bekommen auch ein bisschen Geld“, berichtete der Erste Kreisbeigeordnete Karl-Friedrich Frese. Die Schmitt-Gastronomie von Hjalmar Schmitt wird die Flüchtlinge verpflegen. Für alles Weitere sorgt der DRK-Kreisverband in enger Abstimmung mit dem Brand- und Katastrophenschutz des Landkreises.

Er gehe davon aus, dass die Flüchtlinge nur wenige Tage in der Mehrzweckhalle bleiben werden und dann in private Wohnungen wechseln, sagte Landrat Jürgen van der Horst. Über die Homepage des Landkreises seien bereits über 1000 Wohnungen für Flüchtlinge aus dem gesamten Landkreis angeboten worden. Diese müssten aber zunächst überprüft werden.

Pro Woche bis zu 150 Flüchtlinge

Der Landkreis sei darauf eingestellt, dass pro Woche bis zu 150 Flüchtlinge über die Erstaufnahme-Einrichtung in Gießen nach Allendorf kommen – insgesamt bis zu 1000.

„Wir werden darauf achten, dass keine Familienverbände auseinander gerissen werden“, versprach der stellvertretende Kreisbrandinspektor Bernd Berghöfer. Die Nutzung der Mehrzweckhalle als Sammelunterkunft für Flüchtlinge sei zunächst auf ein Jahr befristet, erklärte Landrat van der Horst. Genaueres könne niemand sagen; das hänge letztlich vom Verlauf des Krieges ab.

Die Bereitschaft der Allendörfer, sich um die Kriegsflüchtlinge zu kümmern, sei groß, erklärte Bürgermeister Claus Junghenn. Er bat jedoch darum, „erstmal abzuwarten“. Man werde zunächst keine Kleiderkammer einrichten; falls es Bedarf an Bekleidung gebe, werde man sich melden.

Ukrainer dürfen sofort arbeiten

Die Flüchtlinge aus der Ukraine müssen kein Asylverfahren durchlaufen. Sie genießen nach den Worten von Landrat van der Horst Aufenthaltsrecht in Deutschland und dürfen auch sofort arbeiten. Ein Friseur und zahlreiche gastromomische Betriebe hätten bereits Interesse an ukrainischen Arbeitskräften bekundet, berichtete Karl-Friedrich Frese.

Landrat, Erster Kreisbeigeordneter und Bürgermeister bitten die Bevölkerung, die Flüchtlinge zunächst einmal zur Ruhe kommen zu lassen. Die Mehrzweckhalle wird abgeriegelt. Ein Sicherheitsdienst wird den Zugang überwachen. (Thomas Hoffmeister)

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