Allendorf schickt Ederbergland-Touristik die Kündigung

Allendorf-Eder. Die Gemeinde Allendorf-Eder hat ihre Mitgliedschaft in der Ederbergland-Touristik gekündigt, die die Urlaubsregion Ederbergland touristisch vermarktet.

Das bestätigte Bürgermeister Claus Junghenn gegenüber der HNA. Die Ederbergland-Touristik beschäftigt zwei Mitarbeiterinnen und finanziert sich bisher aus Umlagen der Städte und Gemeinden Allendorf, Battenberg, Bromskirchen, Frankenberg und Hatzfeld.

Ausschließlich finanzielle Gründe führte Bürgermeister Junghenn für die Kündigung ins Feld: „Durch die Neuregelung des Kommunalen Finanzausgleichs kommt bei uns einiges auf den Prüfstand“, sagte Junghenn. Der Gemeindevorstand habe beschlossen, die Mitgliedschaft in der Ederbergland-Touristik wegen der Frist Ende März „vorsorglich“ zu kündigen, um zum Jahresende aus der Verpflichtung entlassen zu werden. Das letzte Wort habe aber die Allendorfer Gemeindevertretung, die sich vermutlich im Sommer oder Herbst mit diesem Thema befassen werde, sagte Claus Junghenn. Es gehe um rund 12.000 Euro im Jahr.

Einigermaßen perplex hat der Frankenberger Bürgermeister Rüdiger Heß als Vorsitzender der Ederbergland-Touristik reagiert. „Ich finde es bedauerlich, dass so etwas nicht im Vorstand besprochen wurde. Ich wurde von einer Email überrascht“, sagte Heß. Daraufhin habe er die Bürgermeister aller Mitgliedskommunen zu einem Gespräch eingeladen. Das habe allerdings nichts an der Haltung Allendorfs geändert.

„Unser Ziel ist es auch weiterhin, Tourismus-Förderung für die ganze Region zu betreiben“, betonte Heß. Dabei habe man eine „soziale Verantwortung“ für die beiden Mitarbeiterinnen.

Auf Allendorfer Gebiet gibt es einen Flugplatz mit Gaststätte sowie den Klippenpfad und den Ederhöhenweg als zertifizierte Wanderwege. Auch der Linspher Radweg lockt viele Wanderer und Radler an. „Mag sein, dass der eine oder andere Radler mal im Bürgerkrug einkehrt“, sagte Claus Junghenn. Fakt sei aber, dass die Gemeinde Allendorf über „kein einziges Hotelbett“ verfügt. In finanziell schwierigen Zeiten müsse man Kosten-Nutzen-Analysen anstellen. „Und da ist einem das Hemd nunmal näher als der Rock“, bilanzierte Junghenn.

Bisher habe Allendorf aus Solidarität an der Mitgliedschaft der Ederbergland-Touristik festgehalten. „Silvia Fries, Irmgard Balz und Silvia Henk haben tolle Arbeit geleistet“, würdigte Junghenn. Nun aber müsse Allendorf auf die eigenen Finanzen achten.

Frankenbergs Bürgermeister Heß hält an der Ederbergland-Touristik fest. Er will über „andere Organisationsmodelle“ nachdenken. (off)

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