Korrosionsschutz für Metalloberflächen

Allendorfer Firma SLK startet mit Hochvakuum-Technik in die Großserien-Produktion

Am neuen Lackierautomaten der Allendorfer Firma SLK: (von links) Juniorchefin Kendra Hofmeister, Christian Backhaus (Vertrieb), Geschäftsführer Matthias Koch und Technikums-Leiter Robin Hintzen.
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Am neuen Lackierautomaten der Allendorfer Firma SLK: (von links) Juniorchefin Kendra Hofmeister, Christian Backhaus (Vertrieb), Geschäftsführer Matthias Koch und Technikums-Leiter Robin Hintzen.

Die Allendorfer Firma SLK Spezial-Lackierung Koch GmbH hat ein innovatives Verfahren zur Behandlung von Metall-Oberflächen entwickelt.

Allendorf-Eder - Bei den bisherigen nass-chemischen Verfahren der Passivierung und Phosphortierung entstehen hohe Entsorgungs-, Wartungs- und Personalkosten. Unser Verfahren verbraucht weder Chemie noch Wasser. Und trotzdem erreichen wir hohe Korrosionsbeständigkeit für Metalle wie Aluminium, Stahl oder Druckguss“, sagt Geschäftsführer Matthias Koch. Auch das Bearbeiten von Kunststoff-Oberflächen sei möglich. Zusammen mit einem Hersteller von Alu-Guss und Alu-Druckguss aus der Region will die Firma SLK im Januar in die Serienproduktion starten. Dafür hat SLK jetzt 650 000 Euro in spezielle Maschinen investiert.

Das neuartige Verfahren nennt sich HEC (High End Coating), dabei wird eine Hochvakuum-Technik eingesetzt. „Wir ziehen die Luft raus und versiegeln das Material. Darauf wird lackiert“, erklärt Matthias Koch. Es handelt sich nach seinen Worten nicht um eine Neuerfindung. Er nutze Anlagenteile, „die es seit Jahrzehnten gibt“.

Ohne Chrom und Schwermetalle

Vorteile des HEC-Verfahrens: früher erforderliche Vorbehandlungen von Metallen sind nicht mehr erforderlich. „Wir arbeiten absolut chrom- und schwermetall-frei“, sagt Koch. Durch das besondere Verfahren spare man „bis zu 70 Prozent Lackmaterial“. Auch die Nachbehandlung der Flächen sei deutlich günstiger und weniger zeitaufwändig. Chrom, Messing und andere Eloxalfarbtöne ließen sich durch das neuartige Verfahren mit günstigeren Legierungen „nachstellen“, ohne dass man optisch oder haptisch (fühlbar) einen Unterschied bemerke.

Das Interesse an diesem neuen Verfahren sei groß, berichten Geschäftsführer Koch, Technikums-Leiter Robin Hintzen und der für den technischen Vertrieb zuständige Mitarbeiter Christian Backhaus. „Es haben sich schon zahlreiche Firmen gemeldet, ohne dass wir überhaupt Werbung gemacht haben“, sagt Matthias Koch.

Auch für nicht sichtbare Maschinen- oder Anlagenteile oder Artikel für den Outdoor-Bereich könne man per HEC funktionellen Korrosionsschutz gewährleisten.

Tests unter Großserien-Bedingungen

In diversen Tests, auch unter Großserien-Bedingungen, habe das neue Verfahren „vier Mal so hohe Korrosionsbeständigkeit“ bei Metallen gegenüber bisherigen Verfahren nachgewiesen.

Lohnbeschichtung geht weiter

Ganz klar ist für Geschäftsführer Matthias Koch und sein Team, dass neben dem neuartigen HEC-Verfahren an der Lohnbeschichtung festgehalten wird. Alle Kunden aus diesem Bereich würden auch in Zukunft bedient, versichert Koch. Das Unternehmen SLK beschäftigt derzeit sieben Mitarbeiter. Von Thomas Hoffmeister

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