Balzer-Nacht der Ausbildung: Partner-Innungen beklagen Nachwuchsmangel

Allendorf-Eder. „Wenn das so weiter geht, wird unsere gesamte Innung in zehn Jahren nur noch zwei Auszubildende haben“. Diese Befürchtung sprachen die beiden Dachdeckermeister Udo Schmidt (Dachdeckerei Röddenau) und Stefan Schwickerath (Schwickerath-Bedachungen Battenberg) bei der „Balzer-Nacht der Ausbildung“ in Allendorf aus.

„Wir haben Arbeit ohne Ende, aber keiner will mehr Dachdecker werden, obwohl wir noch Ausbildungsstellen für dieses Jahr freihaben“, so das Fazit vom Obermeister der Dachdecker-Innung Waldeck-Frankenberg, Dimitri Demmer-Koutroulis. Auch Michael Schneider (Bauunternehmung Schneider Hatzfeld) hat ähnliche Befürchtungen und sucht noch nach einem Auszubildenden als Maurer zum 1. August 2015.

„Diese Probleme unserer Kooperationspartner aus dem Bauhandwerk hatten uns bewogen, diese Balzer-Nacht der Ausbildung zu veranstalten - auch um zu zeigen, wie die Technik in diese Berufe Einzug gehalten hat“, sagte Balzer-Geschäftsführer Michael Lay. Neben der Vorstellung der Berufe aus der Dachdeckerinnung, der Bauinnung und der Sanitär-Heizung-Klima-Innung stellten Auszubildende der Firma Balzer ihre Berufe in der zur „Eventhalle“ umfunktionierten Baustoffhalle vor. Dort wurde es dann richtig laut, als die Band Delirium mit „Heavy Metal“ passend zu den mit Eisen gefüllten Regalen den Showteil des Abends eröffnete. Der Band aus dem oberen Edertal folgte die Rennertehäuser Mädchentanzgruppe „Just Dance“ unter Leitung von Kim Engel. Der Stargast des Abends war Christian „Dursti“ Durstewitz.

„Mit Spaß die Jugendlichen zum Thema lenken, das war unser Ziel heute Abend, denn es wird Zeit, dass wir die Berufe der Baubranche ins rechte Licht rücken“, so Balzer-Geschäftsführer Stefan Dauber. Und: „Mit dem Besuch an diesem heißen Sommerabend sind wir ganz zufrieden.“

Personalleiterin Bärbel Stübner ergänzte, „dass dies heute eine Auftaktveranstaltung für weitere in den Folgejahren sein soll.“ Ulrich Mütze, der Obermeister der Bauinnung, begrüßte diese und ähnliche Veranstaltungen zur Ausbildungsoffensive und sagte: „Gerade in jüngster Zeit komme es häufiger vor, dass Jugendliche, die sich bisher mit Aushilfsjobs und ähnlichem bisher ihr Geld verdient hätten, doch noch den Weg zu einer Ausbildung suchten und den in der Bauinnung auch gefunden hätten.“

Ähnlich ist es auch am Freitagabend in Allendorf gewesen, denn Dachdeckermeister Udo Schmidt wurde im Laufe des Abends von einem jungen Mann auf eine Ausbildungsstelle zum Dachdecker angesprochen: „Mit ihm habe ich für Montag einen Vorstellungstermin vereinbart.“ (wi)

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