Stornierungen wegen Corona-Krise

Battenfelder Reisebüro fühlt sich "im Stich gelassen"

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Strandurlaub - Symboldbild.

Hotels sind geschlossen, Reisen werden storniert, die Touristik-Branche liegt am Boden. Unter dem Motto „Rettet die Reisebüros“ sind Mitarbeiter der Reisebranche in vielen deutschen Städten auf die Straße gegangen, um auf ihre existenzbedrohende Situation aufmerksam zu machen, in die sie durch die Corona-Krise geraten sind.

Wir sprachen über die Lage mit Claudia Zissel-Blank, Inhaberin des TUI-Travelstar-Reisebüros in Battenfeld.

Frau Zissel-Blank, wie ist die aktuelle Situation in Ihrem Reisebüro?

Zissel-Blank: Unsere Hauptaufgabe besteht derzeit darin, alle Vorgänge abgesagter Reisen individuell und mit hohem Zeitaufwand zu bearbeiten. Das kostet viel Engagement und Nerven. Erwirtschaftete Erträge der letzten acht Monate wurden durch die derzeitige Krise in kurzer Zeit zunichte gemacht. Das führt bei uns zu einem 95-prozentigen Umsatzeinbruch.

Claudia Zissel-Blank, Inhaberin des TUI-Reisebüros Battenfeld

Haben Sie bereits staatliche Unterstützung erhalten?

Zissel-Blank: Wir sind dankbar für die Soforthilfe des Bundes, haben drei Mitarbeiterinnen in Kurzarbeit. Doch das ist bei weitem nicht ausreichend. Bereits erhaltene Provisionen müssen an Reiseveranstalter zurückgezahlt werden, von diesen wurden aber laufende Kosten wie Miete und Gehälter finanziert. Aus diesem Grund sind weitere staatliche Hilfsmaßnahmen absolut notwendig. Fluggesellschaften und Reiseveranstalter erhalten staatliche Hilfen in Milliardenhöhe, von denen aber bei uns Reisebüros nichts ankommt. Hier wird der touristische Mittelstand völlig im Stich gelassen.

Wie sind die Chancen, zumindest gegen Ende des Jahres gebuchte Reisen anzutreten? Muss man sich jetzt von jeglichem gebuchten Urlaub im Jahr 2020 verabschieden?

Zissel-Blank: Obgleich wir jeden Tag vor neue Herausforderungen und neue Meldungen gestellt werden, die uns wenig Mut zusprechen, haben wir den Optimismus nicht verloren. Wie hoffen darauf, dass ab Herbst wieder gereist werden darf. Es muss eine einheitliche Lösung weltweit geben – und dies so bald wie möglich.

Von Thomas Hoffmeister

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