Erste Lieferung – Aufträge könnten folgen

Viessmann spendet Beatmungsgeräte für Indien

Der Heiztechnik- und Klimaspezialist Viessmann entwickelte mit Medizinern und der Universität Aachen ein Beatmungsgerät. Hier wird es an einer Puppe getestet.
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Der Heiztechnik- und Klimaspezialist Viessmann entwickelte mit Medizinern und der Universität Aachen ein Beatmungsgerät. Hier wird es an einer Puppe getestet.

Der nordhessische Heiztechnik- und Klimaspezialist Viessmann liefert Beatmungsgeräte nach Indien. Das Land leidet extrem unter der Corona-Pandemie. Nach Zahlen der Johns Hopkins Universität gibt es bereits mehr als 24 Millionen bestätigte Fälle, zurzeit kommen täglich mehr als 350 000 Neuinfektionen hinzu.

Allendorf-Eder - Die ersten 50 Notfall-Beatmungsgeräte seien bereits angekommen, sagte ein Viessmann-Sprecher. Diese Lieferung sei eine Spende. Denn die Geräte seien zwar nach deutschen Regeln zertifiziert, die Autorisierung durch die indischen Behörden stehe hingegen noch aus. Die indische Regierung habe aber bereits Interesse an einer Lieferung von knapp 1000 Geräten gezeigt. Man arbeite bei dem Projekt mit indischen Unternehmen zusammen.

Zu den möglichen Verkaufspreisen machte Viessmann keine Angaben, doch als Gewinnbringer dürfte es kaum angelegt sein. Die Bekämpfung der Pandemie verlange weltweiten Zusammenhalt, sagte Max Viessmann, Co-Chef der familieneigenen Gruppe. „Deshalb denken wir auch über unsere Grenzen hinaus und leisten unkomplizierte Hilfe für Menschen in Regionen, in denen die Pandemie am schlimmsten ist.“

Bereits in der ersten Corona-Welle 2020 hatte Viessmann in Zusammenarbeit mit Medizinern und der Universität Aachen das kompakte, mobil einsetzbare Beatmungsgerät entwickelt, das nicht auf die Sauerstoffversorgung der Klinik angewiesen ist, sondern auch mit einer angeschlossenen Sauerstoffflasche arbeiten kann. Das Unternehmen griff bei der Entwicklung auf Erfahrungen aus der Lüftungstechnik zurück, zudem konnten viele Bauteile von Gaswandgeräten übernommen werden. Die Geräte mit dem Namen VitoAid wurden jedoch damals in Deutschland nicht gebraucht. Bis zu 600 Stück von ihnen kann Viessmann täglich herstellen. Genutzt wird dafür eine Produktionslinie für Gas-Wandgeräte.

Weltweit 12700 Beschäftigte

Das Familienunternehmen mit weltweit 12 700 Beschäftigten und einem Rekordumsatz von 2,8 Milliarden Euro im vergangenen Jahr hatte im Laufe der Pandemie auch mit der Produktion von mobilen Versorgungsstationen, Gesichtsmasken und Desinfektionsmitteln begonnen. Zudem wurde in Allendorf/Eder ein neues Luftreinigungsgerät entwickelt und in der Praxis erprobt.

Viessmann hatte angekündigt, 50 Geräte an Krankenhäuser, Schulen und soziale Einrichtungen zu spenden. Das erste Gerät erhielt das Berliner Immanuel Krankenhaus.

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