Zum Totensonntag

Bestatter und Musiker: Harald Engel aus Allendorf kann "umschalten"

Mit der Klarinette vor den Schmuck-Urnen: Harald Engel ist im Oberen Edertal als Bestatter und Musiker bekannt. Foto:  Paulus

Allendorf-Eder. „Freud und Leid liegen dicht beieinander, sagt Harald Engel. Er ist von Beruf Bestatter, spielt aber auch Klarinette bei den "Edertaler Spitzbuben".

„Wenn man etwas Trauriges erlebt hat, sieht man die Farben intensiver als vorher.“ Harald Engel spricht ruhig und bewusst. Man glaubt ihm, was er sagt. Vor 18 Jahren ist sein Bruder Ralf gestorben. „Das war ein großer Einschnitt im Leben unserer Familie“, sagt der 46-Jährige. „Es war mir damals eine Herzensangelegenheit, das, was ich für meinen Bruder über den Tod hinaus noch tun konnte, mitzugestalten. Im Nachhinein betrachtet, hat sich daraus alles Weitere in meinem Leben seinen Weg gebahnt.“

Seit 14 Jahren führt Harald Engel mit seinem Vater Ferdinand das Bestattungsunternehmen Engel in Allendorf. Sie haben es von seinem Onkel Karl-Heinz Jakobi nach dessen Tod übernommen.

Harald Engel holt seine Klarinette aus dem kleinen schwarzen Koffer und legt Postkarten der Edertaler Spitzbuben auf den Wohnzimmertisch. Engel in Lederhose mit fünf Musikerkollegen. „Wir möchten unseren Zuhörern musikalisch eine freudvolle und gemütliche Zeit gestalten und freuen uns, wenn die Menschen in ihren Herzen etwas mitnehmen“, erklärt er.

Auch so kennt man den 46-Jährigen im Oberen Edertal. Als Musiker, Spaßbringer und Unterhalter. „Das ist derselbe Harald Engel wie der Bestatter“, sagt er. „Eine Seite rückt immer in den Hintergrund. Ich möchte im jeweiligen Moment echt sein.“ Wer Harald Engel kennt, weiß, dass er in beiden Bereichen authentisch ist. „Ich kann umschalten.“

Der 46-Jährige ist von Natur aus ein froher Mensch, Musik macht er schon, seit er neun ist. Erst Akkordeon, dann Klarinette, Fagott und Saxophon. Heute sind die Edertaler Spitzbuben seine Hauptformation. Alpenländische und böhmische Blasmusik. Bei den Auftritten ist er auch Ansager. „Wenn ich das Mikrofon am Mund habe, fällt mir immer etwas Stimmiges ein.“ Auf der Bühne freue er sich über jeden schönen Moment, auch für die Zuhörer. „Als Bestatter weiß ich, dass es für jeden auch schnell anders sein kann.“

Um was sich ein Bestatter wie Harald Engel im Trauerfall kümmmert, lesen Sie in der gedruckten Sonntag-Ausgabe der HNA Frankenberger Allgemeine.

Von Jörg Paulus

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