Vater beschwert sich über aggressives Verhalten

Falsche Maske: Schüler musste in Rennertehausen wieder aus dem Bus aussteigen

Bus der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft am Platz der Deutschen Einheit. 
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Symbolbild: Ein Linienbus der Kasseler Verkehrs-Gesellschaft. 

Wer mit Bahn oder Bus fährt, muss seit dem 24. April eine medizinische FFP-2-Maske tragen. Die grün-blauen OP-Masken sind nicht mehr erlaubt.

Allendorf/Eder - Die Neuregelung hat nach HNA-Informationen am Mittwoch in Rennertehausen zu einem Eklat geführt. Wie Stefan Reder als betroffener Vater gegenüber unserer Zeitung berichtete, wollte sein 13-jähriger Sohn morgens um 6.50 Uhr mit einem Bus der Linie 540 nach Battenberg zur Schule fahren. Der Sohn trug nur eine OP-Maske, weil er die neue Regelung nicht kannte. Der Busfahrer habe den Jugendlichen zunächst einsteigen lassen, ihn dann aber nach vorn gerufen, auf die falsche Maske hingewiesen und „Raus“ gerufen.

Der Sohn sei aufgrund des aggressiven Verhaltens wieder ausgestiegen und nicht mehr in der Lage gewesen, an diesem Tag in die Schule zu gehen, berichtet der Vater.

Die HNA hat beim Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) nachgefragt. Pressesprecherin Sabine Herms erklärte zunächst, dass die Linie vom Partnerunternehmen ALV, einem Zusammenschluss regionaler Verkehrsunternehmen, bedient wird.

NVV bittet um Verständnis, „wenn es mal hakt“

„Wir befinden uns aktuell in einer Übergangsphase. Da bitten wir um Verständnis, wenn es hier und da mal hakt“, sagte Herms. Die Umsetzung der neuen Verordnung sei für alle Beteiligten schwierig. Gleichwohl sollte es für Busfahrer und Fahrgäste möglich sein, in einem „vernünftigen Ton“ mitein-ander zu reden.

So sieht sie aus: Ein Apotheker zeigt eine FFP2-Maske.

In den Beförderungsbedingungen sei eindeutig geregelt, dass ein Busfahrer Fahrgäste ohne medizinische Schutzmaske (mindestens FFP2-Standard) nicht mehr befördern dürfe. „Der Fahrer hatte insofern keine andere Wahl“, sagt Herms. Gleichwohl missbilligte sie den angeschlagenen Ton.

„Einen Tag vorher war noch alles in Ordnung“, sagt Stefan Reder. Im Bus sollten die Kinder FFP2-Masken tragen. In der Schule reichten OP-Masken aus. „Wer soll das noch verstehen?“, fragt Reder.

Hintergrund: FFP2-Masken ab Sieben-Tage-Inzidenz von 100

Seit 24. April gilt das novellierte Bundesinfektionsschutzgesetz, in dem auch die Maskenpflicht im ÖPNV geregelt ist. Danach dürfen in Stadt- und Landkreisen mit einer 7-Tage-Inzidenz ab 100 in Bus und Bahn sowie an Haltestellen und Bahnhöfen nur noch FFP2-Masken oder Vergleichbares getragen werden. OP-Masken sind nicht mehr zugelassen. „Neben Lüften, Desinfektion und mehr Platz ist das der wichtigste Baustein, um im ÖPNV auch in Zeiten von Corona sicher unterwegs zu sein“, sagt NVV-Geschäftsführer Steffen Müller.

Mitarbeiter eines externen Sicherheitsdienstleisters sowie das Kontrollpersonal der jeweiligen Verkehrsunternehmen machen nach Angaben des NVV die Kunden im öffentlichen Nahverkehr auf die Neuerungen aufmerksam. Alle Menschen ab 6 Jahren müssen diese Mund-Nase-Bedeckung tragen. Ausgenommen sind nur Personen, die aus gesundheitlichen Gründen keine Mund-Nase-Bedeckung tragen können. Ebenfalls ausgenommen sind gehörlose und schwerhörige Menschen. Sollte die Inzidenz unter 100 liegen, kann als Mund-Nase-Bedeckung in den genannten Bereichen auch eine andere medizinische Maske getragen werden. Als medizinische Masken gelten OP-Masken oder virenfilternde Masken der Standards FFP2, KN95 oder N95.

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