Scheinbarer Einsatz im Bürgerhaus

Feuerwehr Allendorf verabschiedet Andreas Pfeil nach Berlin

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Erinnerungsfoto: Nach dem Abschiedsalarm das Erinnerungsfoto: Andreas Pfeil (vorne von links) mit den Kameraden seines letzten Einsatzes und den Abschiedsgästen von der Allendorfer und Bromskircher Feuerwehr. 

Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat die Allendorfer Feuerwehr ihren stellvertretenden Wehrführer Andreas Pfeil verabschiedet. Er wird Berufsfeuerwehrmann in Berlin.  

Am Samstagabend um 18.03 Uhr geht auf den Funkmeldeempfängern der Freiwilligen Feuerwehr Allendorf/Eder die Alarmierung: „Unklare Rauchentwicklung im Bürgerhaus“ ein. Keine zehn Minuten später treffen die Brandschützer am Bürgerhaus ein. Unter Atemschutz öffnen Florian Ahrens und Andreas Pfeil die Tür zum kleinen Saal, wo dann plötzlich das Licht angeht und 30 Menschen rufen: „Überraschung!“

Die war gelungen, zumindest bei Andreas Pfeil, der als einziger Brandschützer nicht eingeweiht war. Denn dies war der Auftakt zu seiner Verabschiedung aus der Allendorfer Feuerwehr.

Es gab noch eine Überraschung: Als sich alle zum Erinnerungsfoto aufstellten, kam plötzlich eine junge Frau in Berliner Feuerwehruniform aus der Dunkelheit dazu und nahm Andreas Pfeil in die Arme. Es war die Berlinerin Marie Sieber, die Freundin von Andreas Pfeil. Sie ist in der Berliner Feuerwehr als Brandmeisterin und Notfallsanitäterin tätig. Wie die Berlinerin den Allendorfer kennen lernte, das nannte Marie Sieber „eine für uns glückliche Fügung“ (siehe Hintergrund).

Jetzt folgt ihr Andreas Pfeil nach Berlin, wo beide zusammen wohnen und mit der Berliner Feuerwehr einen gemeinsamen Arbeitgeber haben werden. Damit geht für Andreas Pfeil der schon lange gehegte Wunsch, Berufsfeuerwehrmann zu werden, in Erfüllung. Dazu folgt zunächst eine einjährige Feuerwehrgrundausbildung nach Berliner Standard zum Brandmeister, zu dem auch ein medizinischer Teil, die Ausbildung zum Rettungssanitäter, gehört.

Aus Neuludwigsdorf

Der 34-jährige stammt aus Neuludwigsdorf und hat in der Bromskircher Jugendfeuerwehr begonnen. Deshalb waren auch seine ehemaligen Bromskircher Kameraden beim Abschied mit dabei. 2009 zog er nach Allendorf um und wechselte zur örtlichen Feuerwehr. Wehrführer Florian Ahrens sagte zum Abschied: „Wir verlieren einen engagierten Feuerwehrkameraden, der seit 2012 stellvertretender Wehrführer war.“

Hintergrund

„Eine für uns glückliche Fügung war das schwere Unglück eines Flugschülers am 27. September 2016 oberhalb von Allendorf.“ So beschrieb Marie Sieber gegenüber der HNA, wie sie ihren Freund Andreas Pfeil kennenlernte. Marie Sieber war von Dezember 2012 bis August 2017 als Rettungsassistentin beim DRK in Frankenberg beschäftigt und deshalb auch am Unglücksort. Bei der Erstversorgung des schwer verletzten 28-jährigen Piloten half auch Andreas Pfeil von der Allendorfer Feuerwehr. „ Schöner war dann unser nächstes Treffen, drei Wochen später, auf dem Allendorfer Oktoberfest“, berichtet Marie Sieber. „Dann nahm alles seinen Lauf.“ (wi)

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